Auch Witwen brauchen Liebe
von unbekannt
war heiß, die Luft war stickig, vom Appartement nebenan hörte man Mädchenlachen, laute Radiomusik. Doch Joachim Stabel achtete weder auf das Mädchenlachen, noch auf die Musik, denn neben ihm auf dem herrlich breiten Bett lag Monika. Sie war jung, so wie viele Vorgängerinnen auch - und sie war schön. "Komm", flüsterte es an seinem Ohr, "komm, Liebster - ich kann es kaum noch erwarten." Joachim Stabel liebte die Eile in der Liebe nicht, er wollte sich Zeit lassen, wollte die Liebe und vor allem das Vorspiel genießen. Sanft fuhr seine Hand über den hübschen Mädchenkörper, der sofort darauf zu reagieren begann. "Ja", flüsterte der junge Mund, "ja - ja - ja, komm doch, Liebster." Joachim Stabel antwortete nicht, seine Hand glitt tiefer, hielt erst an dem wuscheligen Dreieck an. Ihr Schoß strebte ihm förmlich entgegen.
"Ja - tu es doch", kam es noch einmal leise.
Kaum, daß er sie berührte, bäumte sie sich auch schon auf, begann zu stöhnen. Ihre Lippen waren feucht, ihre Augen geschlossen.
Joachim Stabel betrachtete sie wie ein Mathematiker. Er liebte diesen jungen Körper, aber es störte ihn, daß sie es war, die den Rhythmus diktierte. Er war schließlich der Mann, er wollte bestimmen, wann und wie der Akt vor sich ging.
Er drückte seinen Mund auf die zarten Knospen ihrer Brust. Wieder stöhnte sie laut, drängte sich ihm entgegen.
"Komm doch", flehte sie wieder, "du siehst doch, daß ich es nicht mehr aushalte; ich möchte dich endlich spüren, möchte ihn, der wieder so hart wie Stahl ist, in mir haben." Trotz der Ermunterung durch das Mädchen kam Joachim Stabel diesem Wunsch nicht sofort nach. Seine Hand aber wurde intensiver. Er berührte die Klitoris, die hart und kreisrund zu fühlen war.
"Ja", keuchte das Mädchen, "Mehr - viel mehr - Joachim, es ist so schön." Nun endlich fühlte auch der Mann das Blut durch seinen Körper jagen. Sein Penis vergrösserte sich noch, drückte sich gegen den heißen Frauenkörper.
"Komm doch", sagte sie wieder, als gäbe es nur noch dieses eine Wort für sie.
Joachim Stabel schob sich tatsächlich auf sie. Er genoß den Duft, der ihrem Körper entströmte, genoß es, in sie einzudringen. Er vernahm ihre kleinen, spitzen Schreie nur wie aus weiter Ferne und hörte erst auf mit den köstlichen, wunderbaren Bewegungen, als sich sein Samen in ihrem Schoß ergossen hatte.
"Joachim", flüsterte sie, "es war herrlich." Er küßte sie leicht, hörte sie sagen: "Du liebst mich, nicht wahr?" Er wurde hellwach. Ja, er liebte ihren Körper, er liebte es, wenn sie voll Verlangen um seine Liebe bat, aber mehr war es nicht.
"Mach es noch einmal", forderte sie ihn auf, "Beim zweiten Mal ist es erst wirklich schön, dann kann ich es genießen, dann ist die Verrücktheit nach dir nicht mehr ganz so stark in mir." Ihre Hand tastete sich zu seinem Glied, das nun schlaff auf seinem Schenkel lag.
Sie lachte, begann das Spiel mit den Händen und freute sich wie ein Kind, als es sich wieder zu vergrößern begann.
"Du liebst mich wirklich", strahle sie. "Oh Joachim - du bist ein wunderbarer Mann. Ein bißchen hart, aber dennoch weich. Ich liebe dich.
Ich liebe dich sehr." Er küßte sie, um sie zum Schweigen zu bringen, doch auch seine Hand wurde wieder aktiv. Jetzt schien auch Monika es richtig zu genießen, jetzt stöhnte sie zwar auch wieder, wenn er die Brustwarzen leicht mit der Zunge hin und her bewegte, aber sie drängte nicht mehr so sehr auf sein schnelles Kommen. Jetzt genoß sie es offensichtlich, daß sein Finger die Klitoris zärtlich berührte. Sein Mund saugte sich indessen an ihrer Brust fest. "Ja", hauchte sie, "mehr, Joachim, bleib' dort, es ist wunderschön." Er tat es, brachte sie fast zum Höhepunkt, hörte dann abrupt auf, streichelte sie, um dann das Spiel von neuem zu beginnen.
Nach wenigen Minuten war sie wieder diese brennende Flamme, ihr Körper bäumte sich auf. Joachim Stabel griff nach einem Kissen und schob es unter diesen hübschen, kleinen Po, damit ihr Schoß höher zu liegen kam und er die Klitoris noch besser noch besser massieren konnte.
Sie kam zum Orgasmus und ihr Körper zuckte vor Wollust.
"Mehr", bat sie sinnlich, "gib mir mehr Liebe, Joachim - mach weiter mit der Hand, du bist so zart, so sanft - ja - oh ja - jetzt - jetzt - schon wieder - oh ja!" Wieder zuckte, bebte ihr Körper und nach einem Kuß schob sie selbst seine Hand wieder zu ihrem Schoß hinab.
Das Spiel begann von neuem, diesmal dauerte es länger, bis sich ihr Gesicht wieder verklärte, doch es ging schnell, als er wieder in sie eindrang. Im gleichen Augenblick kamen sie zum Höhepunkt und die junge Monika klammerte sich an ihn, als wollte sie ihn nie aus ihren Armen lassen.
"Wirst du mich heiraten?" fragte sie leise.
"Heiraten?" Joachim Stabel war ernüchtert und erhob sich.
"Heiraten?" fragte er noch einmal, als hätte er nicht richtig verstanden.
"Nun ja, wir passen doch gut zusammen, oder findest du nicht? Ich möchte jede Nacht in deinen Armen liegen und nicht nur diese gestohlenen Stunden haben." "Daraus wird nichts", sagte er fest.
"Nicht? Aber Joachim - liebst du mich denn nicht?" "Hör zu, Mädchen, das hat mit Liebe nichts zu tun. Und wenn es Liebe ist, so braucht man trotzdem nicht gleich zu heiraten." "Aber ich will dich ganz." "Monika - -" "Joachim", schmollte sie - "bin ich nur ein Spielzeug für dich?" "Ich habe nie gesagt, daß ich dich heiraten werde." "Aber ich habe es gehofft." "Wir können gern - -" "Nein", unterbrach sie schroff und erhob sich ebenfalls. "Nein, daraus wird nichts. Wenn du mich nicht heiratest, werde ich nicht wiederkommen." "Aber Monika, wenn alle Menschen heiraten wollten, die irgendwann miteinander ins Bett gehen - -" "Hör auf", rief sie zornig, "entweder heiratest du mich, oder es ist aus - aus - aus! Hast du mich verstanden?" "Ja." "Und nun?" "Du sagst selbst, daß es aus sein wird." "Aber Joachim -" sie brach ab, suchte ihre Sachen. Joachim Stabel bückte sich nach dem winzigen BH, der auf der Erde lag und reichte ihn ihr.
"Du wirst mich nicht wiedersehen, Joachim", drohte sie.
"Sei vernünftig." "Oh nein, Ich gehe - und ich komme nicht wieder." Sehr bestimmt verließ sie wenig später die Wohnung. Wahrscheinlich hoffte sie, daß Joachim ihr folgen würde, doch der dachte nicht daran. Oh nein, er würde sein freies Junggesellenleben nicht opfern - nicht für dieses Mädchen. Von ihrer Sorte gab es Dutzende.
Er pfiff ein Lied, als er ins Badezimmer ging. So schnell fängt mich keine wieder, dachte er. Ich muß vorsichtiger sein. Bisher war es ein wunderbares Leben, Liebe und Sex im Bett - aber keine Verpflichtung. So war es gut, so war es richtig - so meinte er wenigstens.
Außerdem hatte er ja einen Beruf und gerade jetzt hatte er einen wichtigen Auftrag erhalten.
Morgen schon würde er aus beruflichen Gründen ein Fest besuchen müssen. Es war ein delikater Auftrag.
Er pfiff weiter, als das warme Wasser über seinen Körper strömte.
Sex war unentbehrlich, Liebe war wunderbar - aber mußte man gleich ans Heiraten denken?
Er schmunzelte, als er sich vorstellte ein Ehemann zu sein. Oh nein, so waren ihm die Mädchen lieber. Er war nicht auf diese kleine Monika angewiesen. Da gab es die hübsche Beate, die er nur anzurufen brauchte, wann immer es ihm gefiel. Und sie war nicht so befehlend in der Liebe wie Monika. Sie genoß es schweigend, wenn er sie liebte - und sie konnte es um mindestens eine Stunde hinauszögern - genau wie er. Und vor allen Dingen wollte sie nicht geheiratet sein, sie liebte das unabhängige Leben genau wie er, und wenn sie bei ihm war, dann war sie sanft wie ein Kätzchen. Sie selbst versuchte ihm die höchsten Wonnen zu bereiten. Sie lag nicht nur auf dem Rücken, sie folgte ihm zu allen Stellungen, die ihm einfielen. Sie war entzückt, wenn sie seinen Penis in den Mund nehmen durfte - eine Art, die er besonders liebte und die Monika ganz offensichtlich ablehnte.
Und so ein Mädchen sollte er heiraten?
"Was die sich einbildet", brummelte er vor sich hin und als er den Körper abfrottierte, fühlte er sich wunderbar.
Morgen werde ich Beate anrufen, dachte er - doch nein - morgen mußte er ja zu diesem verdammten Fest und wer weiß, wann er da wieder loskam - aber übermorgen wollte er sie anrufen und dann würde es eine tolle Nacht werden.
Joachim Stabel ahnte nicht, daß alles, alles ganz anders kommen sollte.
Er zog den Morgenmantel über, ging in die kleine Küche und begann sich ein paar Spiegeleier zu braten.
"Spiegeleier sind immer gut", sagte er fröhlich vor sich hin.
Mein Gott - wer ist diese Frau dort?" Joachim Stabel starrte fasziniert auf eine hochgewachsene Gestalt. Er schien die Umwelt vergessen zu haben.
Er merkte nicht einmal, daß er am kalten Büfett stand und den halbgefüllten Teller noch in der Hand hielt.
"Wen meinst du?" erkundigte sich sein Freund leise.
"Mann, wen soll ich wohl meinen? Es gibt doch nur eine schöne Frau in diesem Raum. Gerhard, kannst du mich vorstellen?" "Aber mit Vergnügen", antwortete dieser, "aber mach dir keine Illusionen, die schöne Isolde Herfort ist nicht zu haben." "Verheiratet?" "Nein, Witwe." "Wieso sagst du dann, daß sie nicht zu haben sei?" "Es gibt ein Geheimnis um sie. Sie ist schön, aber sie weist alle Männer ab. Wer immer es bei ihr versucht hat, ist abgeblitzt. Laß also die Finger davon, Junge. Isolde Herfort sieht zwar sehr schön aus, aber sie hat anscheinend kein Herz mitbekommen auf diese Welt." "Wie lange ist sie schon Witwe?" "Wohl schon drei Jahre - Joachim, du starrst sie an, daß es peinlich werden könnte. Schlag sie dir aus dem Kopf, Junge. Schau dich um, hier sind so viele hübsche Frauen." "Sie hat ein Gesicht wie eine griechische Statue." Der Freund stieß Joachim Stabel in die Seite.
"Komm zurück auf die Erde", grinste er, "was ist mit dir los? Du bist allen Anfechtungen zum Trotz noch immer Junggeselle, aber jetzt benimmst du dich wie ein Primaner." "Du wirst es nicht glauben - aber genauso fühle ich mich. Jung und unbeschwert. Diese Frau ist eine Sünde wert. Diese Frau ist so schön, daß es mir den Atem verschlägt, oder hast du schon einmal zuvor so eine vollendete Figur gesehen?" "Joachim, du bist verrückt." "Los - stelle mich vor." "Erst wollen wir doch --" "Gleich", knurrte Joachim Stabel, der kein Auge von der Frau mit dem tizianroten Haar ließ.
Wenig später stand er ihr tatsächlich gegenüber. Mit einem charmanten Lächeln reichte sie ihm die Hand. Joachim Stabel stellte fest, daß sie grüne Augen hatte.
Rotes Haar und grüne Augen - und diese Frau sollte keinen Liebhaber haben?
Joachim Stabel begriff es nicht. Er schaute auf ihren Mund, der sinnlich zu nennen war. Überhaupt hatte diese Frau eine Ausstrahlung, wie er sie bisher zwar gesucht, aber noch nie gefunden hatte.
Mit Nebensächlichkeiten kam man ins Gespräch. Joachim Stabel wich nicht von ihrer Seite. Er, der sonst nicht gern tanzte, bekam nun gar nicht genug davon. Gern hätte er gewußt, wie alt sie war. Fünfunddreissig? Oder schon etwas älter? Ja - wahrscheinlich war sie sogar noch etwas älter, aber sie konnte es mit jedem jungen Mädchen aufnehmen.
Sie wirkte kühl, beherrscht, beinahe ablehnend, doch sie war nicht unhöflich. Sie lehnte den Tanz nicht ab und sie trank ein Glas Sekt mit ihm. Sie ließ sich von ihm vom kalten Büfett ein paar Kleinigkeiten reichen und als er sie in eine Sitzecke führte, nahm sie auch neben ihm Platz.
"Finden Sie es auch so langweilig hier?" fragte sie leise und selbst die Stimme regte ihn auf. Sie war etwas rauchig, aber sie paßte genau zu dieser Frau, wie überhaupt alles an ihr zusammen zu passen schien.
"Nicht mehr", antwortete er und sie lachte.
Joachim Stabel merkte nicht wie schnell die Stunden vergingen.
Isolde Herfort trug ein schwarzes Kleid, das sehr weit ausgeschnitten war, das aber trotzdem die vollen Brüste nur ahnen ließ.
Joachim Stabel stellte sich diese Brust ohne Hüllen vor und ihm wurde heiß.
Er vergaß den Zweck, weshalb er dieses Fest überhaupt besucht hatte. Er vergaß, daß er eigentlich im Dienst war. Er war Privatdetektiv und er hatte einen ganz bestimmten Auftrag - aber angesichts der schönen Isolde Herfort dachte er überhaupt nicht mehr daran.
Zwei grüne Augen hatten ihn fasziniert.
Als Isolde Herfort schließlich sagte, daß sie heimgehen wollte, erbot er sich, sie heimzufahren. Sie zögerte, hatte schon die übliche, abweisende Antwort auf den Lippen, doch Joachim Stabel setzte sofort nach.
"Ich wollte ebenfalls gerade gehen", log er. "Wo wohnen Sie? Es liegt bestimmt auf meinem Weg - ich bin sogar ganz sicher." "Gut", sagte sie leise, "fahren Sie mich heim - es ist immerhin schwer hier draußen ein Taxi zu bekommen." Als er ihr den leichten Abendmantel um die Schultern legte, berührte er sie dort. Sie fröstelte plötzlich, er spürte es genau und sie sah ihn so seltsam an, daß er Mühe hatte sie nicht in die Arme zu reißen.
Sie sprachen kein Wort, als sie zum Parkplatz gingen.
Das wird die Nacht aller Nächte, dachte Joachim Stabel. Ich werde sie nicht allein lassen - und sie tut nur so kühl, in Wirklichkeit ist sie wie ein Vesuv - wie ein Vulkan, der jeden Augenblick neu ausbrechen kann. In meinen Armen soll sie nach mehr und mehr Liebe flehen - und bei Gott, ich werde sie ihr geben.
Wortlos half er der schönen Frau in den Wagen. Schweigend fuhr er auch an.
"Wirklich nach Hause?" fragte er und seine Stimme verriet die Erregung, in der er sich befand.
"Bitte gleich nach Haus", kam die schnelle Antwort.
"Ich kenne da ein kleines verschwiegenes --" "Nichts zu machen, Herr Stabel." "Sie - sie mögen mich nicht?" "Darum geht es nicht. Ich muß heim." "Sie müssen?" "Ja." "Und wieso? Warten vielleicht viele Kinderlein auf Sie?" "Es gibt auch andere Gründe, Herr Stabel." Ihre Stimme war schroff geworden. Er warf ihr einen schnellen Blick zu, fragte leise: "Was halten Sie davon, wenn Sie jetzt einfach die Augen schließen und mich entscheiden lassen?" "Davon halte ich gar nichts." "Isolde --" "Bitte nennen Sie mich nicht Isolde, Herr Stabel. Ich möchte das nicht.
Ich möchte nur, daß Sie mich - wie Sie sich ja erboten hatten - nach Hause fahren." "Und dann?" "Dann nichts." "Aber Sie werden mich noch zu einer Tasse Kaffee ins Haus bitten, nicht wahr?" "Mit Sicherheit nicht." Ihre Stimme klang seltsam müde und ehe er mit seinem Drängen fortfahren konnte, sagte sie leise: "Bitte geben Sie es auf, Herr Stabel. Ich darf Sie nicht zu einer Tasse Kaffee einladen." "Wie ich hörte, sind Sie Witwe - wer sollte Ihnen das verbieten?" "Es ist --" "Ja?" "Ich möchte nicht darüber reden." "Ich möchte es aber gern wissen. Warum kapseln Sie sich ab, Isolde? Was ist das für ein Geheimnis, von dem man munkelt?" "Man munkelt also?" "Wissen Sie das nicht? Wollen Sie das nicht sogar? Liebe Isolde, wenn man so aussieht wie Sie - und wenn man sich aus dem Leben ganz zurückzieht, dann werden die Leute immer Vermutungen anstellen." "Wie ich diese Lästermäuler hasse", stieß sie hervor.
Joachim Stabel merkte, daß sie den Tränen nahe war. Rasch legte er seine Hand auf ihr Knie.
"Passen Sie auf, wohin Sie fahren", sagte sie scharf und stieß seine Hand fort.
"Isolde -" "Hören Sie auf, Sie Narr. Wahrscheinlich wissen Sie ja, in welcher Zwickmühle ich mich befinde. Alle wisse es - und alle lächeln, aber ich würde gern wissen, wie sich hauptsächlich diese ehrbaren Damen verhalten würden, wenn sie an meiner Stelle wären." "Ich weiß leider nichts von Ihnen - aber wollen Sie mir nicht alles erzählen?" "Wir sind gleich am Ziel." "Ich hätte großen Appetit auf eine Tasse Kaffee." "Ich kann Sie nicht ins Haus bitten - selbst wenn ich es wollte." "Gut - nehmen wir das als gegeben an - aber würden Sie mich ins Haus bitten, wenn Sie es - könnten?" Sie schwieg, atmete schwer.
"Nun, Isolde? Würden Sie?" "Halten Sie bitte hier - ich gehe die letzten Schritte zu Fuß." "Das ist keine Antwort." "Gut, ich will es Ihnen sagen, damit Sie aufhören mich zu quälen. Wie Sie wissen, bin ich Witwe. Mein Mann war sehr viel älter als ich. Er vergötterte mich." "Das kann ich verstehen." "Er heiratete mich gegen den Willen seiner Familie. Es war eine gute Ehe, wenn ich das noch hinzufügen kann. Wir verstanden uns großartig. Ich war ihm dankbar. Plötzlich - und scheinbar ganz unverdient, hatte ich das große Los gezogen. Ich hatte ein schönes Haus, hatte alles, was ein Frauenherz nur begehren konnte." "Aber?" forschte er, als sie schwieg und er doch fühlte, daß das nicht der Kern der Dinge war.
"Mein Mann war eifersüchtig", murmelte sie leise. "Manchmal quälte er mich, aber ich verzieh ihm, denn alles was er tat, tat er aus Liebe. Dann aber -" "Ja?" "Als er starb, gab es ein Testament. Ich erbte das Haus und ich sollte jeden Monat einen Scheck bekommen - wenn ich - nun ja, wenn ich absolut allein lebte. Das war die Bedingung, verstehen Sie?" "Aber das ist -" "Grausam? Vielleicht. Mein Mann wollte wahrscheinlich, daß ich recht lange um ihn trauere, daß ich ihm tatsächlich sehr lange verbunden bleibe. Aber wahrscheinlich ahnte er nicht, was ein Bruder daraus machen würde. Sie müssen wissen, daß mein verstorbener Mann zu den reichsten Männern der Stadt gehörte. Herfort und Herfort - Sie verstehen?" Joachim Stabel pfiff durch die Zähne; die Frau fuhr fort: "Da mein Schwager schon immer gegen diese Heirat war und da er - als der zweite Herfort - das Vermögen verwaltete, liegt es in seinen Händen, mir meinen monatlichen Scheck zu geben. Jeden Monat muß ich zu ihm. Er demütigt mich - meistens macht er mir sogar ganz eindeutige Anträge - und er bezahlt dann zähneknirschend. Immer weist er mich darauf hin, daß das wohl der letzte Scheck sei, denn irgendwann würde es ihm gelingen, mir einen nicht dem Testament entsprechenden Lebenswandel nachzuweisen. Er sagt mir ins Gesicht, daß eine Frau wie ich es bin, wohl kaum ohne Mann auskommen könnte und er scheut sich nicht, mir immer und immer wieder eine Detektiv auf den Hals zu hetzen. Ich wage mich manchmal gar nicht aus dem Haus, denn ich kenne die Gestalten, die wie zufällig zeitungslesend an den Haustüren lehnen. O - wie ich das alles hasse", murmelte sie leise.
Joachim Stabel hielt den Atem an. Er starrte auf die dunkle Straße.
"Ich bin schon viel zu lange in Ihrem Wagen", sagte sie nun seltsam müde.
"Wenn mein Schwager nun gerade heute einen Schnüffler auf mich angesetzt hat, kann daß das Ende meines Einkommens sein. Mein Schwager würde mit Wonne sofort alles in Bewegung setzen, um mich endgültig auszubooten." "Fühlen Sie sich denn im Augenblick beobachtet?" "Ich weiß ja nie, wann es geschieht, ich weiß nur, daß er mich beobachten läßt." "Bilden Sie sich das nicht nur ein?" "O nein. Mein Schwager ist so taktlos und weiß es immer so einzurichten, daß er den jeweiligen Herrn - in meinem Beisein befragt. Sie ahnen nicht, wie demütigend das ist." "Und das ertragen Sie nun schon volle drei Jahre?" "Ja." "Aber -" "O, Sie brauchen mir nicht zu sagen, daß ich einfach auf das Geld verzichten soll, ich habe selbst schon daran gedacht, aber mit den Jahren habe ich mich an einen gewissen Luxus gewöhnt. Ich habe mich auch daran gewöhnt, allein zu sein, es macht mir nichts mehr aus - nur die Demütigungen meines Schwagers sind noch schwer zu ertragen. Aber vielleicht gewöhne ich mich noch daran, denn es bereitet mir ja andererseits immer wieder Vergnügen, wenn er zähneknirschend zahlen muß - denn ich führe wirklich ein ganz einwandfreies Leben." "Aber Isolde, Sie sind in der Blüte Ihrer Jahre - Sie sind -" "Ich habe Ihnen alles gesagt, Herr Stabel. Ich hoffe, daß Sie mich nun verstehen werden. Ich kann Ihnen in kein Lokal folgen und ich kann Sie auch nicht ins Haus bitten, denn man könnte es sehen. Der Abend mit Ihnen war sehr nett - ich danke Ihnen." "Aber wofür?" "Ich hatte wieder einmal das Gefühl, eine junge Frau zu sein." "Aber Sie sind noch jung, Isolde." "Sie sagen das nett - Sie sind überhaupt sehr nett - Joachim." "Isolde, wir müssen uns wiedersehen." "Nein." "Bitte." "Drängen Sie mich nicht und nun gute Nacht." "Was soll an dieser Nacht gut sein, wenn Sie und ich sie allein verbringen? Isolde -" Sie riß die Wagentür auf und rannte davon. Ihre Absätze tockten auf dem Pflaster. Joachim Stabel schaute ihr nach.
"Was für eine Frau", murmelte er.
Er sah, wie sie hektisch die Haustür aufschloß, wie das Licht im Haus anging. Einmal sah er noch ihre Silhouette am Fenster, als sie die Vorhänge zuzog.
"Ich gebe ihr genau dreissig Minuten", murmelte Joachim Stabel. Er steckte sich eine Zigarette an und seine Hände bebten. Als er daran dachte, daß sie vielleicht gerade in diesem Augenblick das Kleid vom Körper streifte, begann sein Glied sich aufzustellen.
Er ließ den Wagen an, fuhr ihn um die nächste Ecke, stellte den Motor ab und wartete. Noch nie war ihm eine halbe Stunde so lang erschienen. Der Zeiger der Uhr wollte und wollte nicht weitergehen. Mehrmals hielt Joachim Stabel die Uhr an das Ohr, aus Furcht, sie wäre stehengeblieben.
"Jetzt", gab er sich selbst einen Ruck. Er stieg aus, vergaß den Wagen abzuschließen. Das Blut hämmerte in seinem Körper, es hämmerte bis in seine Ohren.
Langsam schlenderte er die Straße entlang. Niemand war zu sehen.
Isolde Herfort war noch auf, denn in einem Zimmer brannte Licht.
Joachim Stabel ging forsch durch den Garten, dann klingelte er.
Nichts rührte sich.
Er läutete noch einmal.
Wieder blieb alles ruhig.
Er biß die Zähne aufeinander. Sie mußte öffnen, er wollte es für sich und er wollte es für sie. Sie war keine Frau, die ein Nonnenleben führen konnte.
Wieder läutete er.
Isolde Herfort hatte die Haustür panikartig hinter sich geschlossen. Sie bebte am ganzen Körper. Der Mann hatte ihr gefallen. Oder kam es nur daher, daß sie so lange keinen Mann mehr gehabt hatte?
Bisher hatte sie doch allen Versuchungen getrotzt. Warum nicht jetzt?
Er wird kommen, dachte sie plötzlich. Er ist kein Mann, den man fortschicken kann. Nein - ihn nicht. Er sieht gut aus, er hat eine gute Figur, eine nette Stimme und er sieht aus, als ob er genau das tut, was er sich vorgenommen hat. Also wird er kommen.
Sie zitterte so sehr, daß ihr die Zähne aufeinanderschlugen, als sie sich entkleidete.
Wie immer nahm sie ein fast kaltes Duschbad, doch nicht einmal das kalte Wasser konnte ihren erhitzten Körper kühlen.
Sie betrachtete sich beim Abfrottieren im Spiegel. Ja, sie war noch schön.
Ihr Körper makellos.
Als sie mit dem Handtuch über die Brustwarzen fuhr, stellten sich diese augenblicklich auf.
Sie stöhnte.
Ich bin ja verrückt, dachte sie. Dieser Mann ist auch nicht anders, als all die anderen, die es schon versucht haben. Was ist mit mir?
Schnell trocknete sie sich weiter ab. Sie keuchte fast, so erregt war sie. Nun bedauerte sie, daß sie Joachim Stabel nicht mit ins Haus genommen hatte. Er hatte sie so sehr gebeten. Warum nur war sie nicht weich geworden? Es war doch niemand zu sehen gewesen. Vielleicht hatte der Schwager es diesmal versäumt, ihr einen Detektiv zur Beobachtung hinterherzuschicken. Vielleicht gab Wolfram Herfort ohnehin bald dieses grausame Spiel auf - vielleicht sah er ein, daß er sie nicht fangen konnte. Schließlich kostete ein Detektiv auch Geld. Wolfram aber war äußerst geizig.
"Vielleicht - vielleicht", murmelte sie zornig, als sie sich das neue, verführerische Nachthemd überstreifte. Sie zog den seidenen Morgenmantel an, rannte fast zum Spiegel, um das Haar - das sie an diesem Abend aufgesteckt hatte - zu lösen und zu bürsten.
Sie tupfte einen Tropfen Parfüm hinter das Ohr und dann wartete sie.
Sie lief mit verschlungenen Händen umher. Ihr Körper war eine einzige Flamme.
"Er muß kommen", murmelte sie und dann: "Wenn er nicht kommt, ist er auch nicht anders als all die anderen, aber er ist anders, ich fühle das. Er ist ein Mann - ein wirklicher Mann." Sie eilte zum Fenster und spähte vorsichtig hinaus. Enttäuscht stellte sie fest, daß der Wagen fort war.
Sie war fast den Tränen nahe - als es klingelte.
Ihr Herz raste in der Brust. Sie schluckte.
Es klingelte wieder, diesmal schon länger.
Sie preßte die Hand auf die Brust, lauschte, hielt den Atem an.
Wenn ich öffne, bin ich verloren, dachte sie noch, aber sie schlich doch zur Tür.
Als es wieder läutete, riß sie auf.
Joachim Stabel trat ein, er warf die Tür mit dem Schwung seines Beines zu.
"Bist du allein im Haus?" fragte er und seine Stimme war heiser.
"Ja." Er nahm sie in den Arm und küßte sie, er zog sie ganz eng an sich. Isolde Herfort spürte sein Glied hart und fest an ihrem Schenkel.
"Joachim", keuchte sie, "hast du draußen niemanden gesehen?" "Nein" "Du kennst die Anzeichen vielleicht nicht. Irgendein Mann - ein scheinbar harmloser Passant -" "Nein - nichts. Die Straße lag in völliger Ruhe. Niemand hat mich gesehen.
Mein Wagen parkt nicht mehr vor dem Haus." "Du hast an alles gedacht?" "Nur an dich und damit an alles." "Aber -" "Hast du nicht gehofft, daß ich komme?" "Nein - ja - ich -" Er nahm sie wieder in den Arm und küßte sie erneut. Während er spielerisch die Zunge in ihren Mund gleiten ließ, streifte seine Hand ihren Morgenmantel ab.
Sie schrie leise auf, als er ihre Brust berührte.
Er küßte ihren Hals, glitt mit der Zunge höher, berührte ihr Ohrläppchen, dann küßte er sie wieder.
"Joachim - wir stehen noch immer auf dem Flur - komm doch herein. Komm, Lieber." Wieder war ihre Stimme so aufregend. Sie wollte nach dem Morgenmantel greifen, doch er war schneller und hielt ihn fest.
"Hier bitte - komm - ich mache uns einen Drink." "Ich brauche keinen - jedenfalls nicht jetzt - und du auch nicht. Ich fürchte, das hier ist auch nicht das richtige Zimmer, Isolde - oder magst du es auf dem Teppich? Die Couch jedenfalls ist zu zierlich." "Joachim - ich bin -" "Welche Tür?" fragte er heiser.
Sie hob die Hand und deutete in die entgegengesetzte Richtung.
Er küßte sie wieder, hob sie auf die Arme. Sie schien federleicht zu sein.
Er stieß die Tür auf, sah das breite Bett und legte sie sanft darauf nieder.
"Joachim, findest du nicht, daß wir erst -" "Später", sagte er zärtlich. "Alles viel später. Wir haben Zeit. Viel Zeit. Die Nacht ist lang. Später werden wir einen Drink nehmen, oder einen Kaffee trinken - wenn du noch Lust dazu haben solltest, einen zu bereiten." "Ich habe - ich dachte -" Sie verstummte, als er sich zu entkleiden begann. Seine Hände flogen, sie sah es deutlich - dann aber sah sie den ganzen Mann und schloß die Augen.
Sie atmete schwer.
Joachim Stabel war gut gebaut. Weit stand sein Penis aus dem großen Büschel Haare vom Körper ab.
Obwohl er so erregt war, legte er sich behutsam an ihre Seite. Seine Hand schob das Nachthemd hoch. Er fühlte das weiche Dreieck ihrer Schamhaare, tastete sich höher. Zu ihren herrlichen Brüsten, die sich fest und doch weich in seine Hand schmiegten.
Mit sicheren, geübten Händen zog er ihr das Hemd über den Kopf.
"Joachim...", begann sie mit zitternder Stimme.
"Pst", sagte er zärtlich, dann küßte er sie wieder. Wieder glitt seine Zunge spielerisch in ihren Mund, während seine Hand zu ihren Brüsten tastete. Er nahm die Warze zärtlich zwischen die Finger, begann diese sachte zu bewegen.
Sie stöhnte lauter. Er spürte, wie sich ihre Beine ein wenig öffneten, wie ihr ganzer Schoß ihm entgegenstrebte.
Schon wollte er sich auf sie schieben, als ihm klar wurde, daß sie von dieser Nacht viel verlangen würde. Drei Jahre lang hatte sie das Leben einer Nonne gelebt. Nun sollte sie auch die Wonnen, die das unbekümmerte Leben bot, auskosten. Obwohl er selbst sehr erregt war, besiegte er sich.
Seine Hand wurde intensiver, seine Küsse noch heißer, dann näherte er sich mit dem Mund ihrer Brust. Liebkosend und sanft umspielte er nun die hart werdende Knospe mit der Zunge.
Isolde Herfort hatte die Augen geschlossen. Ihr Mund war geöffnet, ihre Lippen feucht. Ihr Körper begann unkontrolliert zu zucken.
"Joachim", stöhnte sie leise.
Er antwortete nicht, langsam schob sich seine Hand über ihren flachen Bauch zum Schoß hinab. Er fühlte die warme Feuchtigkeit, spürte die Klitoris und während er mit der Zunge weiter ihre Brüste reizte, begann er sie nun dort unten zu streicheln.
Sie bäumte sich auf.
"Nein", rief sie, doch sie meinte es nicht so, denn ihr Körper drückte sich nun dem seinen entgegen.
"Komm", flüsterte sie, "ich werde sonst wahnsinnig! Ich halte das Spiel nicht länger aus; ich will dich ganz." Joachim Stabel schob sich über den schönen, zur Liebe bereiten Körper. Ihr Duft berauschte ihn. Als er in sie eindrang, stieß sie einen spitzen Wollustschrei aus.
Sie hatte die Hände um seinen Nacken geschlungen, ihre Beine waren manchmal in der Luft, zeitweise lagen sie um seine Hüften.
"Ja", stöhnte sie, "ja - ja - ja - mehr - mehr" und ihr Körper begann sich seinem Takt anzugleichen.
Joachim Stabel versuchte den Akt so lange wie möglich auszudehnen, doch es gelang ihm nicht. Das Verlangen nach dieser schönen Frau war viel zu groß gewesen. Beglückt spürte er, daß sie im gleichen Augenblick zum Orgasmus kam, wie er.
"Joachim", sagte sie wieder und diesmal klang es wie eine Erlösung.
Er drückte seinen Mund in ihre Halsbeuge und blieb noch in ihr liegen.
Es war ein berauschendes Gefühl.
Zärtlich streichelte sie ihn und dann schenkte sie ihm das schönste Lächeln, das er wohl jemals von einer Frau bekommen hatte.
"Isolde", murmelte er.
"Schade, daß es schon vorbei ist", hauchte sie in sein Ohr. "Ich habe dich nicht einmal berührt." "Die Nacht ist noch lang", raunte er leise.
"Joachim - muß ich dir sagen, wie schön es war?" "Nein." "War es - auch für dich schön?" Er gab keine Antwort, küßte sie nur.
"Joachim?" fragte sie weiter, "- warum gerade ich? Ich meine - warum wolltest du gerade mich? Es waren so viele hübsche Mädchen auf dem Fest" "Ich sah nur dich." "Ich habe es bemerkt - es hat mir gutgetan, aber sei es wie es sei, ich bin eben nicht mehr ganz jung." "Man ist so alt, wie man sich fühlt, Isolde. Wie alt bist du denn jetzt?" "Vielleicht zwanzig?" lachte sie glücklich.
"Ich bin nicht viel älter." "Und wie alt bist du wirklich?" "Dreiundvierzig." "Aber gut in Form." "Ich höre es gern, wenn du das sagst." "Möchtest du etwas essen?" "Ich möchte duschen und dich wieder in die Arme nehmen." "Nur das?" "Nur das." Sie lachte und sprang schon auf. Er folgte ihr langsam. Sie hatte alle Scheu vor ihm verloren, schien wie ausgewechselt. Ihre Augen schienen zu flimmern und zu locken.
Er küßte sie unter der Brause und empfand es als angenehm, als dabei das warme Wasser über ihre Körper rieselte.
"Ich darf dich abfrottieren, Joachim?" "Du darfst alles - wenn du es zärtlich tust." Isolde Herfort hielt das Badetuch erst einen Augenblick an die Heizung, dann schlang sie es um ihn.
"Angenehm?" forschte sie heiter.
"Hm - sehr." Sie lachte wieder so befreit, wie nur Frauen lachen, die nach einer Umarmung glücklich sind.
Sie ließen sich Zeit beim Abtrocknen. Fast mit Andacht rieb Joachim Stabel jeden Zentimeter Haut der schönen Frau trocken, dann aber ließ er die Tücher zur Erde gleiten und nahm sie auf die Arme.
"Wirklich gut in Form für dein Alter", wiederholte sie scherzend ihr Lob von vorhin.
Er trug sie zum Bett zurück und das alte Spiel der Liebe begann von neuem.
Doch diesmal war Isolde die Aktivere. Sie war es, die sich über ihn beugte, die ihn streichelte und küßte. Langsam wanderte dann ihre Hand zu seinem Glied hinab. Sie lachte, als sie es bereits wieder aufrecht vorfand.
"Küßt du mich?" fragte er rauh.
Sie wollte seine Lippen berühren, doch er schüttelte den Kopf.
"Das meinte ich nicht, Liebling." Sie zögerte unmerklich, dann aber glitt sie tiefer, nahm sein Glied in den Mund.
Als ihre Zunge die Eichel berührte, stöhnte er unwillkürlich.
Sanft, aber doch fest genug trieb sie das Spiel weiter, bis er sie bat: "Hör auf, Isolde." "Aber warum? Es gefällt mir." "Sonst ist es vorbei." "Wäre da schlimm?" "Ja, denn du sollst mich doch auch spüren." Er hob sie zu sich und nun übernahm er wieder die Rolle des Verführers.
Obwohl er sich selbst vor Erregung kaum beherrschen konnte, streichelte er sie und als sie die Augen schloß und wohlig stöhnte, suchte er mit dem Mund ihren Schoß.
"Joachim", stöhnte sie wieder und zitterte am ganzen Körper, als er mit der Zunge auf ihre Klitoris drückte.
"Ja", stöhnte sie, "mach weiter - ja - ja - o Lieber - es ist so schön - es ist - bitte - ja -" Voller Lust bracht er sie dem Höhepunkt entgegen - doch dann, kurz bevor er ihren erlösenden Schrei erwartete, dran er in sie ein.
Sie schrie und biß ihn. Er verhielt noch einmal, drehte sie herum, so daß sie auf ihm zu liegen kam.
Sie wußte, was er von ihr wollte und setzte sich auf ihn. So konnte er noch tiefer in sie eindringen. In einer wahren Ekstase kamen sie noch einmal zum Höhepunkt.
"O Lieber", wisperte sie leise.
"Isolde, du bist wunderbar." "Es ist so schön. Ich bin glücklich." Der Kuß, den sie tauschten, wollte kein Ende nehmen.
Später kuschelte sie sich wie ein kleines Kätzchen in seinen Arm.
"Ich weiß so wenig von dir", gestand sie.
"Weißt du nicht genug?" "Wer bist du? Was tust du? Ich möchte alles von dir wissen." "Ich bin nicht verheiratet, wenn du das erfragen möchtest." "Geschieden?" "Junggeselle." "Noch immer? Keine Frau hat dich gefangen nehmen können?" "Bisher nicht." "Wo wohnst du?" "Gar nicht so weit von dir. In einem Appartement." "Besuchen dich sehr viele Frauen? O gewiß tun sie das." "Keine war so hübsch wie du und keine konnte so heiß lieben wie du." "Sagst du das jeder Frau?" "Hör auf", bat er sanft, "ist die Vergangenheit wichtig? Die Gegenwart zählt allein." "Irgendwann wird diese Nacht enden." "Es werden neue Nächte kommen." "Nein! Nein, Joachim - das geht nicht. Das ist unmöglich." "Willst du damit sagen -" begann er, doch sie legte ihm schnell die schmale Hand auf den Mund.
"Du mußt das verstehen. Ich habe dir doch von meiner Lage erzählt." "Mich interessiert dieser Schwager aber nicht. Wenn er dir kein Geld mehr gibt, werde ich -" "Nein", sagte sie ruhig, aber sehr fest. "Ich nehme kein Geld für die Liebe." "Das wäre in deinem Fall etwas ganz anderes." "Nein. Geld bleibt Geld." "Isolde, willst du damit sagen, daß das unsere einzige Nacht bleiben wird?" "Ich weiß es nicht - ich weiß es wirklich nicht, es ist alles so verwirrend. Wenn mein Schwager nur ein bißchen Verständnis für mich hätte, wäre ja alles leichter. Ich werde es überdenken, Lieber." "Hast du mir also nur die Tür geöffnet, weil du einmal dringend einen Mann brauchtest, ja?" "Joachim - warum zerstörst du jetzt alles?" Sie hatte Tränen in den Augen und es tat ihm leid. Er küßte die Tränen fort. Das Bewußtsein, daß dies alles in dieser einen Nacht enden könnte, gab ihm neue Kraft.
Verlangend begann er sie erneut zu streicheln.
"O nein", wisperte sie.
"Und ich sage ja." "Joachim -" Doch sie schwieg, als seine Hand sich erneut ihrem Schoß näherte.
"Das ist zuviel", stöhnte sie einmal, doch dann gab sie sich erneut der Liebe hin.
Joachim Stabel wußte, daß er jetzt Zeit hatte. Viel Zeit sogar. Nun würde es sehr lange dauern, bis er wieder zum Höhepunkt kam - doch sie sollte diese Nacht nie vergessen. Sie sollte sich dieser Nacht erinnern und alle Schranken und Bedenken fortwerfen.
Isolde Herfort zählte nicht mehr, wie oft sie einen Orgasmus erlebte, sie hatte das Gefühl eine einzige lodernde Flamme zu sein. Noch niemals zuvor war sie so geliebt worden. Joachim Stabel diktierte das Tempo und sie konnte nichts weiter tun, als ihm folgen, ihm all diese kleinen Zärtlichkeiten zu danken. Als er dann wieder in sie eindrang, glaubte sie vor Lust zu sterben. Sie keuchte atemlos, als es sie zum letztenmal zum Höhepunkt trieb.
Dann weinte sie vor Glück und klammerte sich an ihn.
Er drehte sich eine Locke ihres Haares um den Finger.
"Warum weinst du, Isolde?" "Weil ich noch nie so glücklich war - weil es herrlich war - weil ich wieder das Gefühl habe, eine Frau zu sein." "Du bist eine wunderbare Frau." "Und du ein wundervoller Mann." "Und das soll enden?" "Quäle mich nicht. Bitte, laß mir Zeit - ja?" Er nickte nachdenklich. Sie drückte sich noch enger an ihn, legte ein Bein auf seinen Körper, als wollte sie demonstrieren, daß er ihr gehöre.
Und dann schlief sie ein.
Joachim Stabel mußte auch eingeschlafen sein, denn als er erwachte, schien die Sonne schon ins Zimmer.
Er weckte sie mit einem Kuß.
Ganz verträumt schlug sie die Augen auf.
"Du bist da", sagte sie nur und dann tastete sich ihre Hand erneut an seinem Körper hinab.
Es war neun Uhr, als Joachim Stabel die schöne Witwe verließ. Er fühlte sich ausgezeichnet.
"Ruf mich an", sagte er und reichte ihr einen Zettel mit seiner Telefonnummer.
"Hast du diese Zettel immer gleich zum Gebrauch in der Tasche?" forschte sie und runzelte die Stirn.
"Eifersüchtig?" "Ein bißchen." "Rufe mich an, dann vergeht es." "Joachim, wenn man dich sieht -" "Soll ich den hinteren Ausgang benutzen?" "Würde es dir etwas ausmachen?" "Nein, gar nicht", antwortete er und schlich sich davon.
In wenigen Minuten hatte er das Appartementhaus erreicht. Er brachte den Wagen in die Garage, ging dann zum Lift. Die rote Lampe leuchtete, er war also in Betrieb. Er überlegte, ob er als Frühsport die sieben Treppen hinauflaufen sollte, als der Fahrstuhl hielt.
"Hallo", sagte das junge Mädchen heiter, "wen sieht man denn da wieder einmal? Den Detektiv des Hauses? Und wo kommen Sie jetzt her? Von einer lästigen Pflicht? O nein - sagen Sie nichts, lassen Sie es mich allein herausfinden." Das Mädchen, sehr jung, sehr blond, mit einem hübschen Gesicht und der Figur, wie sie manches Fotomodell gern haben möchte, lächelte fröhlich.
"Sie sehen nicht aus, als ob Sie von der Arbeit kommen", stellte sie fest.
"Sie sehen eher glücklich aus. Stimmt es?" "Vielleicht, Fräulein Langer." "Ach, warum sind Sie nur immer so schrecklich förmlich? Warum können Sie nicht einfach Gabriele zu mir sagen? Alle meine Freunde nennen mich bei meinem Vornamen." "Sind wir denn Freunde?" "Sind wir es nicht, wo wir doch Tür an Tür wohnen? Mein lieber Joachim, Sie müssen unbedingt -" "Würden Sie mich jetzt entschuldigen, Fräulein Langer? Ich kann den Fahrstuhl wohl nicht so lange blockieren." .
"O, um diese Zeit ist der Andrang vorbei, aber was ich noch sagen wollte wann kommen Sie denn auf einen Drink zu mir? Sie müssen sich unbedingt meine neuen Sachen ansehen. Ganz toll, sage ich Ihnen. Kommen Sie heute, ja?" "Heute geht es leider nicht, Fräulein Langer." "Wieder dienstlich unterwegs, ja?" "Vielleicht, ja." "Das muß ja ein aufregendes leben sein, das Sie führen. Ich für meinen Teil gehe zwar lieber abends ins Bett, aber das ist alles Geschmackssache, nicht wahr?" "So ist es." "Dann also morgen?" "Vielleicht", sagte er und stieg in den Fahrkorb.
Sie winkte, bis der Fahrstuhl in die Höhe schnellte.
Zu jung, zu laut und ein klein bißchen zu aufdringlich, dachte der Mann.
fand sie sehr hübsch, diese kleine Gabriele Langer und hätte sie seit ihrem Einzug nicht nahezu alles versucht, um ihn zu einem Drink in ihrer Wohnung zu überreden, hätte sie ihm wahrscheinlich noch besser gefallen.
Joachim Stabel war vielleicht unmodern, aber er liebte es nicht, wenn die Mädchen den Anstoß machten. Er wollte erobern. Das alte Spiel der Liebe hatte für ihn ganz bestimmte Richtlinien.
Er dachte an Isolde und lächelte unwillkürlich. Das war eine Klassefrau, da konnte sich die kleine Gabriele Langer dahinter verstecken. Obwohl er Isolde gerade verlassen hatte, hatte er schon wieder Sehnsucht nach ihr.
Nach ihrer Stimme, ihrem Lachen und dem Duft ihres Körpers.
Während er sich eine Flasche Bier öffnete, dachte er über die vergangene Nacht nach. Wie einfach alles wurde, als er in das Haus gekommen war. Eine erfahrene Frau war eben doch etwas anderes, als ein junges Ding, das gerne romantische Worte hörte, das immer Worte der großen Liebe hören wollte und dann tat, als verschenke sie ein Heiligtum, wenn sie mit einem Mann ins Bett ging.
Joachim Stabel verbrachte den Tag mit Nichtstun. er lag auf der Couch, las die Zeitung, später ein Buch, aber er ertappte sich dabei, daß er nur auf den Anruf Isoldes wartete und deshalb die Wohnung nicht verließ.
Träge schlichen die Stunden dahin. Lustlos aß er von einem Rest eines gebratenen Huhns, das sich noch im Eisschrank befand. Er hörte seine junge Nachbarin gegen achtzehn Uhr heimkommen. Laut schloß sie die Tür, wenig später fing das Radio an zu lärmen.
Seltsam, daß diese jungen Leute die Musik so laut liebten. Hatte er das früher auch getan? Er wußte es nicht, es war auch egal.
Endlich - endlich schrillte das Telefon.
"Ja?" fragte er nur, als er den Hörer abnahm, aber in seiner Stimme war atemlose Spannung.
"Hier ist Isolde." "Wie geht es dir?" "Wunderbar." "Ich bin in zehn Minuten -" "Ich bin auf dem Flugplatz, Joachim." "Auf dem Flugplatz? Was tust du denn da?" "Ich werde für eine Woche verreisen." "Nein. Isolde, hör mal - ich dachte -" "Ich muß Abstand gewinnen", unterbrach sie ihn, "ich muß es überdenken, das kann ich aber nicht, wenn mich alles im Haus an dich erinnert." "Ich werde dich wieder abholen." "Zu spät, Lieber - ich fliege in fünfzehn Minuten." "Isolde, das ist doch Unsinn." "Ich bin es gewohnt, das zu tun, was ich mir vorgenommen habe." "Aber du bist doch kein kleines Mädchen mehr." "Nein, das bin ich nicht. Und weil ich sehr genau weiß was ich will, fliege ich jetzt. Ich muß dann zu meinem Schwager. Danach rufe ich dich an. Dann wird es sich ja herausstellen, ob man mich beobachtet hatte." "Isolde -" Doch er kam nicht mehr dazu, seinen Satz zu beenden. Sie hatte schon aufgelegt.
Wütend knallte er den Hörer auf die Gabel.
"Das ist die Höhe", knurrte er, "will sie sich vielleicht interessant machen? Was soll dieser Unsinn? Sie benimmt sich wie ein dummes Gör, wir sind schließlich erwachsen." Es klingelte an seiner Wohnungstür. Als er öffnete, stand Gabriele Langer vor ihm. Sie trug einen hübschen Hosenanzug. Das Haar wallte bis zur Schulter.
"Na, wie ist es nun mit einem Drink?" fragte sie und hatte die Hände in die Hüften gestemmt.
Als er ihre Figur betont langsam betrachtete, lächelte sie und befeuchtete mit der Zunge ihre Lippen.
"Also gut, ich komme", antwortete er noch immer zornig über Isolde. Wenn sie so dumm war, sich wie ein Kind zu benehmen, dann wollte er auch nicht hier sitzen und Trübsal blasen. Und überhaupt war es ja absurd, daß er an sie dachte. Was wußte er schon von ihr? Was konnte sie ihm schon nach einer Nacht bedeuten? Es hatte viele Nächte in seinem Leben gegeben.
Wenig später befand er sich in dem hübschen, sehr modernen Wohnraum.
Das Eis klirrte im Glas, als sie ihm das Getränk reichte.
"Sie haben es hübsch hier, Gabriele." "Nicht wahr? Es gefällt mir auch. Ich fühle mich wohl und alle Freunde beneiden mich um meine kleine Behausung." Wer bezahlt das wohl alles, dachte er, als er sich umschaute.
"Was für Musik lieben Sie?" fragte das Mädchen und ging schon zum Plattenschrank. "Moderne Hits ist wohl nichts für Sie?" "Warum nicht?" "Nun - Männer mit grauen Schläfen lieben meist sanfte Musik." "Ich wußte gar nicht, daß ich schon graue Schläfen habe." .
"Nein - aber man kann sie schon ahnen und das macht Sie so interessant, Joachim." "Sie sind eine kleine Närrin." "Möchten Sie nicht tanzen?" fragte sie, als die Musik erklang. "Ich tanze leidenschaftlich gern." Ihre Beine schlugen schon den Takt, ihre Arme zuckten.
"Warum nicht?" fragte er und nahm sie in den Arm.
Sie tanzte leicht wie eine Feder, fühlte sich weich und warm an.
"Gefalle ich Ihnen, Joachim?" "Sie sind ein sehr hübsches Mädchen - und wissen das, nicht wahr?" "O ja, das weiß ich, denn man hat es mir schon tausendfach gesagt, aber ich möchte es immer wieder hören. Auch von Ihnen, Joachim." "Ich habe es soeben gesagt." "Sagen Sie es noch einmal?" schmeichelte sie und legte die Arme um seinen Hals.
"Sie sind sehr hübsch, kleine Gabriele." "Ach - tun Sie nur nicht so, als ob Sie in mir eine Tochter sähen. Sie mögen mich doch, nicht wahr? Joachim - warum sind Sie nur so steif?" Ja - warum war er so steif? Hier bot sich doch eine Gelegenheit, die letzte Nacht mit einem neuen Erlebnis aus dem Gedächtnis zu streichen.
"Na, sehen sie, so ist es schon viel besser und wenn Sie mich jetzt küssen wollten, hätte ich nichts dagegen." Die Musik erstarb für einen Moment, Joachim Stabel ging zum Sessel zurück.
Er griff nach dem Glas, trank es aus, setzte sich.
Gabriele Langer war ihm gefolgt. Sie streichelte seinen Nacken, nahm auf der Sessellehne Platz und ließ sich schließlich auf seinen Schoß gleiten.
"In ein paar Jahren werden Sie wirklich graue Schläfen haben", murmelte sie, legte den Kopf an seine Wange.
"Gabriele - was soll das?" "Was soll was?" fragte sie unschuldig und riß die hübschen Augen ganz weit auf.
"Warum tun Sie das alles? Sie sind doch ein hübsches Mädchen und haben es nicht nötig -" "Ja? Sprechen Sie weiter", sagte sie ruhig, dann, als er schwieg, legte sie die Stirn an seine Stirn.
"Was Sie für schöne Augen haben, Joachim - es ist nicht zu fassen, der Blick scheint einem durch und durch zu gehen. Macht das Ihr Beruf?" "Sie sind ein Kindskopf", lachte er und wollte sie fortschieben, doch sie klammerte sich plötzlich an ihn, bot ihm selbst die Lippen. Joachim Stabel hätte später nicht sagen können, ob er sie zuerst geküßt oder ob sie den Anfang gemacht hatte.
Sie küßte heiß und verlangend, streichelte wieder seinen Nacken.
Sie hatte die kleine, feste Brust fest gegen ihn gepreßt und als sie ihn nun anschaute, lächelte sie.
"Ich habe geahnt, daß Sie so gut küssen würden, Joachim - oder wollen wir nun Du zueinander sagen?" "Hör zu kleines Mädchen - wie alt bist du eigentlich?" "O, da brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Alt genug, möchte ich sagen. Ich weiß sehr gut, was ich will." "Hast du keine Eltern?" "Joachim, spiele jetzt nicht den Moralischen", sagte sie entrüstet. "Ich weiß, daß du mich gern im Arm hättest. Ich kenne die Männerblicke sehr genau. Neulich im Fahrstuhl - erinnerst du dich? O Joachim - was ist mit dir?" "Nichts. Ich überlege nur, wer das alles hier bezahlt. Ich weiß, daß die Wohnung teuer ist, ich zahle schließlich den gleichen Preis. Also? Wer bezahlt es?" "Meine Mutter, wenn du es genau wissen willst." "Deine Mutter - aha." "Du glaubst es nicht?" "Wohl kaum." Sie zog einen Schmollmund, strich über sein Haar.
"Ich will nicht, daß du jetzt an Miete denkst, ich will, daß du mich küßt und nett zu mir bist, schließlich sind wir zum erstenmal allein." Sie küßte ihn und Joachim Stabel merkte, daß sein Atem kürzer wurde, daß sein Herz schneller schlug. Er fühlte, wie sich sein Körper zu regen begann.
"Schluß", sagte er plötzlich und hob sie von seinem Schoß.
"Aber Joachim - du - willst mich nicht?" Sie stellte diese Frage so verblüfft, daß er schmunzeln mußte.
"Hör zu, Mädchen", sagte er und versuchte seiner Stimme noch immer diesen väterlichen Ton zu geben, "du bist wirklich reizend, aber ich denke, daß deine Mutter dir deinen hübschen kleinen Popo versohlen würde, wenn sie wüßte -" "Mütter müssen schließlich nicht alles wissen." "Gabriele", sagte er schwer, "auch wenn du es nicht verstehen solltest, gehe ich jetzt - denn morgen würde dir alles nur leid tun." "Aber nein, Joachim. Bestimmt nicht." "Ich bedanke mich für den Drink." "O, du bist abscheulich. Alt - muffig - langweilig. Wahrscheinlich bist du impotent, nicht wahr? Deshalb willst du jetzt gehen." "Gute Nacht", erwiderte er nur.
Als er wieder in seiner Wohnung war, hörte er sie lachen. Das Blut schoß ihm ins Gesicht. Er ballte die Hände.
Ich habe mir noch nie etwas aus kleinen Flittchen gemacht, dachte er und warf sich wieder auf die Couch.
.
Wenig später hörte er Lachen auf dem Flur. Er erkannte Gabrieles Stimme und es antwortete eine Männerstimme. Lautstark wurde die Tür geschlossen.
Sie hatte sich also einen anderen Mann gesucht.
Die Radiomusik wurde lauter, dann brach sie ganz ab, statt dessen aber konnte Joachim Stabel das Kreischen des Mädchens hören. Im Neubau waren die Wände dünn, ob man es wollte oder nicht, hatte man am Leben seines Nachbarn Anteil.
Die Laute verstärkten sich. Deutlich konnte Joachim Stabel die gestammelten Worte: "Ja - ja - o ja - weiter -" hören.
Das Blut raste in seinem Körper, ihm war entsetzlich heiß. Er schalt sich einen Narren, daß er sie verlassen hatte, denn jetzt - da war er sicher, hätte sie die gleichen Worte zu ihm gesagt.
Er lauschte angespannt, schaute zur Uhr. Der Mann nebenan mußte in Hochform sein - was bei einen solchen Mädchen wohl kein Wunder war.
Ich werde alt, dachte er resignierend, als die Musik drüben wieder erscholl, es ist das erstemal, daß ich einer Verlockung widerstanden habe.
Er war mit sich sehr unzufrieden.
Isolde Herfort betrachtete sich im Spiegel. Sorgfältig hatte sie das MakeUp vollendet. Wie immer, wenn sie zu ihrem Schwager mußte, hatte sie auch heute das Haar aufgesteckt. Sie wußte, daß sie mit dieser Figur besonders kühl aussah.
Sie winkte wenig später einem Taxi und ließ sich zu der vornehmen Villa des Schwagers fahren.
Sie haßte dieses Haus, sie haßte alles, was mit diesem etwas feisten Mann zusammenhing.
Ein Diener geleitete sie in den Salon. Auch das war nicht neu, denn die Unterredungen fanden immer in diesem Raum statt.
Wolfram Herfort ließ sie diesmal ganz besonders lange warten. Gelassen nahm sie es hin, wie alles, was dieser Mann ihr schon angetan hatte.
Dann endlich öffnete sich die Tür.
"O - da bist du ja schon, Isolde. Schön wie immer." Wolfram Herfort küßte ihr die Hand, aber er tat es mit einem säuerlichen Lächeln.
"Wie geht es dir, liebste Schwägerin?" "Kannst du deinen Zynismus nicht lassen, Wolfram?" "O, so zynisch ist das gar nicht gemeint, Isolde. Ich billigte die Heirat meines Bruders zwar nie - aber du bist schön. Es liegt ja nur an dir, ob wir uns verstehen, oder nicht. Würdest du mich nicht immer wieder abweisen - ich meine -" "Was meinst du, Wolfram?" "Ich bin gespannt, wie lange du noch die Tugendsame spielen wirst.
Irgendwann, mein Kind - werde ich über dich triumphieren." "So lange wirst du nicht leben." "Ich gedenke alt und grau zu werden, aber bis dahin ist noch viel Zeit, liebe Isolde. Nun? Hast du dir mein Angebot, das ich dir in jedem Monat neu mache, überlegt?" "Du gibst also noch immer nicht auf? Obwohl ich dich schon so oft abgewiesen habe?" "Ich gebe nie auf bei einer schönen Frau. Und du bist schön, Isolde. Wenn man dein rotes Haar in Betracht zieht, mußt du in der Liebe sehr feurig sein. Schau, ich hätte ja nichts dagegen gehabt, wenn mein Bruder dich zu seiner reizenden Geliebten gemacht hätte - aber als Ehefrau? Nein, mein Kind, das verzeihe ich dir nicht - es sei denn -" "Du kannst dir die Worte sparen, Wolfram. Um nichts - keinen Preis dieser Erde würde ich mit dir schlafen." "Es würde immerhin in der Familie bleiben." "Würdest du mir bitte den mir zustehenden Scheck geben?" "Langsam -langsam - erst einmal muß ich mich ja überzeugen, ob die kleine Isolde nicht doch auf Pfaden wandelt, die verboten sind." Isolde Herfort fühlte den kalten Schweiß ausbrechen. Er hat mich also wieder beobachten lassen, dachte sie in Panik. In wenigen Augenblicken wird er wissen, daß Joachim Stabel in meinem Haus war.
Unwillkürlich richtete sie sich straffer auf.
"Immer das alte Spiel?" fragte sie rauh.
"Irgendwann wirst du es satt haben, die Nonne zu spielen, nehme ich an. In dir lodert ein Feuer, meine Liebe, ich kann es erkennen, manchmal glaube ich es sogar zu riechen - und ich habe eine gute Nase dafür. Auch Witwen brauchen Liebe", fügte er lachend hinzu.
"Meinst du?" "Ich bin sogar ganz sicher, Isolde." Seine Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen, als er fortfuhr: "Warum machst du es dir so schwer? Gib nach, wir würden uns verstehen, das kannst du mir glauben. Du wirst wie bisher jeden Monat deinen Scheck bekommen, außerdem werde ich dich mit Geschenken überhäufen." "Der Scheck genügt mir." Er war nähergetreten. Seine Hände griffen plötzlich hart in ihre Schultern.
"Es kommt die Zeit, da gibst du auf", keuchte er, "und da du - wie alle Frauen deiner Sorte das Geld nicht verlieren willst, wirst du mir gehören.
Ich bekomme dich, verlaß dich drauf." Sie lachte ihm ins Gesicht und er fuhr zurück, als hätte er einen Schlag erhalten.
"Überlege dir mein Angebot", sagte er eisig.
"Seit drei Jahren sagst du mir jeden Monat die gleichen Worte, Wolfram.
Findest du dich nicht selbst langsam lächerlich?" "Du findest mich also komisch, ja?" .
"Mehr als das. Schau dich doch an - schau doch in den Spiegel - nein nein, Wolfram nicht um alles in der Welt ginge ich mit dir ins Bett." "Lieber bleibst du allein, ja?" "Ja. Genau so ist es." "Nun - wir werden sehen, was man mir heute zu berichten hat. Ich höre den Wagen halten." Unwillkürlich verschränkte die schöne Frau die Hände ineinander.
"Du hast doch nicht etwa Angst, Isolde? Ist der Tag meines Triumphes vielleicht doch schon gekommen?" Sie antwortete nicht, ihr Mund war trocken.
Es klopfte, ein schneller Schritt wurde hörbar. Isolde drehte sich nicht um, sie wollte dem Mann nicht in die Augen sehen, der es übernommen hatte, sie zu bespitzeln.
"Nun, Herr Stabel - da sind Sie ja. Pünktlich, wie es sich für einen Mann gehört, der gut bezahlt wird. Meine Schwägerin kennen Sie ja, nicht wahr?
Was haben Sie zu berichten? Sprechen Sie frei von der Leber weg, und zwar im Beisein meiner Schwägerin." "Es gibt nichts zu berichten, Herr Herfort." "So - gibt es nicht? Sind Sie sicher? Haben Sie Buch geführt?" "Sehr genau und sehr gewissenhaft - wenn Sie sich bitte überzeugen wollen." Isolde glaubte zu versinken. Sie schloß die Augen.
Stabel - Joachim Stabel war der Mann, der sie beschattet hatte.
"Was war auf diesem Fest, an dem meine Schwägerin teilgenommen hatte?" "Die gnädige Frau ging zeitig heim." "Allein?" "Sie kam allein, sie ging allein." "Und Sie haben sie nicht aus den Augen gelassen?" "Nein." "Haben Sie das Haus auch später noch bewacht?" "Ich gebe ihnen mein Wort, daß Isolde Herfort nicht einen Augenblick dieser Nacht nach dem Fest - wie Sie es gewünscht hatten - unbeobachtet blieb." "Was tat sie, als sie das Haus betrat?" "Einige Lichter gingen im Haus an - später wurden sie gelöscht - bis auf die Lampe im Schlafzimmer - die brannte noch lange." "Und niemand ist ins Haus gekommen?" "Ich habe keinen Fremden ins Haus gehen sehen." "Ist es möglich, daß Sie auf Ihrem Posten geschlafen haben?" Jungenhaft lachte Joachim Stabel auf, als er antwortete: "Ich gebe Ihnen mein Wort, daß ich in dieser Nacht nicht geschlafen habe." "Gut - Ihr Auftrag ist damit erfüllt. Ihren Scheck haben Sie schon erhalten. Sie können gehen." Joachim Stabel machte eine nur knappe Verbeugung. "Gnädige Frau", sagte er noch - dann ging er hinaus.
Schwer fiel die Tür ins Schloß.
Das gibt es nicht, dachte Isolde Herfort. Das muß ich träumen. Das ist absurd.
"So, meine Liebe - ich bin sicher, daß du mich wieder einmal an der Nase herumgeführt hast. ich bin sicher, daß du einen Liebhaber hast und ich werde dich auch erwischen. Hier ist dein Scheck - wie mein Bruder es wollte - wir sehen uns also im nächsten Monat wieder." Isolde griff nach dem Stück Papier, das ihr gereicht wurde.
"Ich hoffe, es hat dir Vergnügen bereitet, Wolfram." Sie erhob sich, ging schnell zur Tür.
"Überlege dir meinen Vorschlag. Du brauchst mich nur anzurufen - mein Chauffeur kann dich jederzeit abholen." "Guten Tag, Wolfram." Er schaute ihr böse nach, doch es machte Isolde nichts aus. Sie haßte diesen Mann, aber sie fürchtete ihn nicht.
Das Taxi wartete noch vor dem Haus. Sie stieg ein, ließ sich heimfahren.
Als sie durch den kleinen Vorgarten ihres Hauses ging, sah sie die Männergestalt hinter den Büschen.
Rasch wollte sie die Tür öffnen und wieder schließen, doch Joachim Stabel war schneller. Er stellte den Fuß zwischen die Tür.
"Geh fort", sagte sie tonlos.
"Ich glaube, ich bin dir eine Erklärung schuldig." "Nein - ich begreife es auch so. Wolfram hat versucht, mich selbst auszuspielen, nicht wahr? Und ich Närrin bin auch darauf hereingefallen.
Welch edle Motive trieben dich eigentlich dazu, plötzlich die Unwahrheit zu sagen?" Er schaute sie nur stumm an.
"Warum hast du ihm denn nicht gesagt, daß du selbst mit mir geschlafen hast? He? Warum denn nicht? Hast du plötzlich kalte Füße bekommen? Und warum? Es war doch der Sinn der Sache, daß ich in deine Falle laufe, nicht wahr? Gut - ich bin hineingestolpert - aber warum hast du es nicht gesagt?" Als er noch immer schwieg, hob sie die Hand und schlug ihm kräftig ins Gesicht.
Augenblicklich rötete sich die Wange. Joachim Stabel hielt ihre Hand fest.
"Laß mich los", keuchte Isolde, "rühr mich nicht an, ich will es nicht." Mit einem harten Ruck riß er sie in seine Arme.
"Sag das noch mal - daß du das nicht willst", murmelte er.
"Ich hasse dich, wie ich Wolfram Herfort hasse. Geh fort, oder-" "Oder?" Die Augenpaare trafen sich. Sie bebte am ganzen Körper, als sie plötzlich sehr leise und sehr ruhig fragte: .
"Warum hast du das getan?" "Ich fand eine Frau, die mir gefiel - ich schlief mit ihr - und ich werde wieder mit ihr schlafen." "O nein, das wirst du nicht. Du hast deinen Spaß mit mir gehabt, aber jetzt ist Schluß. So gemein - so gemein war noch kein Mensch zu mir. Bei Wolfram bin ich nichts anderes gewöhnt - aber du -" "Ja?" "Geh fort - oder ich vergesse mich." "Zieh dich aus", sagte er heiser.
"Das wagst du -" "Zieh das hübsche Kleid aus, oder ich reiß es dir vom Körper." "Glaubst du, daß du mich in der Hand hast?" "Nicht in dem Sinne, wie du es glaubst - aber in gewisser Weise schon. Du willst es, wie ich es will, oder hättest du mich heute abend nicht angerufen?" "Jetzt wo ich weiß -" "Vorher wußtest du es nicht und das allein ist wichtig." "O nein, durch deine Gemeinheit hast du alles -" "Ich war nicht gemein zu dir, Isolde." "Warum bist du auf das Fest gekommen? Um mich zu beobachten, nicht wahr?" "Ja. Ich hatte eine heißen Tip bekommen und selbst eine Einladung ergattern können. Dann sah ich dich - aber ich wußte nicht, wer du warst.
Ich sah eine sehr schöne Frau - eine, die mir beim ersten Blick unter die Haut ging." "Dann hat man uns bekannt gemacht. Du wußtest, wer ich war." "Ja, da wußte ich es." "Und du hast versucht -" "Ich habe es nicht nur versucht", unterbrach er grinsend.
"O du - Schuft", rief sie wütend. Wieder ballte sie die Hände. Wieder wollte sie ihn schlagen, doch diesmal war er schneller.
"Ein Schlag ist genug", sagte er leise und hob sie auf seine Arme.
Sie wehrte sich wütend, boxte ihm in den Rücken.
"Wenn du mich anrührst -" "Ich werde dich anrühren, Liebste. Kannst du nicht für ein paar Minuten vergessen, was ich für einen Beruf habe?" "Das ist infam", rief sie aufgebracht. "Du bist ja schlimmer, als alle Männer, denen ich zuvor begegnet bin." "Ich hoffe, ich bin nicht nur schlimmer, sondern auch besser." Inzwischen waren sie an der Schlafzimmertür angekommen. Er stieß sie, genau wie damals, mit dem Fuß auf. Er ließ Isolde auf das Bett fallen.
"Wenn du mich anrührst - bringe ich dich um." "Genehmigt - aber bitte erst hinterher, ja?" Sie drehte sich um und krallte sich in dem Kissen fest. Als er sich über sie beugte, wurde sie ganz steif und abweisend. Er merkte, wie ihre Schultern zuckten. Sie weinte.
Er sprach kein Wort, aber seine eine Hand schob sich unter ihre Brust.
Obwohl sie versuchte, sich ganz fest in die Kissen zu drücken, gelang es ihm, ihre Brust zu umschließen. Sanft bewegte er die Hand.
Sie rührte sich nicht, gab keinen Laut von sich, hielt das Gesicht weiter in die Kissen gedrückt. Noch immer war sie stocksteif. Joachim Stabel hätte ebensogut eine Puppe anfassen können.
Er begann mit der freien Hand über ihre Beine zu streicheln. Sie rührte sich noch immer nicht.
Seine Hand glitt höher, erreichte das Ende der Strümpfe.
Sie trägt wieder Strapse, dachte er, hatte Mühe seinen Atem unter Kontrolle zu halten. Wohl noch nie in seinem Leben hatte eine Frau ihn so maßlos erregt. Er war einer Explosion nahe. Seine Hand schien zu brennen, als er sich höher tastete. Das winzige Etwas von einem Höschen bot kein Hindernis. Joachim Stabel bekam die Hand zwischen den dünnen Stoff und die heiße Haut.
Vorsichtig schoben sich seine Finger weiter vor. Er hatte Mühe, die Klitoris zu erreichen, doch es gelang ihm und er merkte, daß Isolde bereits feucht war. Alle Sinne in ihm waren gespannt. Er war neugierig, wie lange sie so ruhig liegen konnte.
Während seine Hand die Brust leicht drückte, glitt sein Finger am Kitzler auf und ab.
Ich halte das nicht viel länger aus, dachte er einmal, wenn sie sich nicht gleich umdreht, oder auch nur einen Laut von sich gibt, vergewaltige ich sie.
Seine Hose beulte sich weit aus - trotzdem beherrschte er sich noch.
Wieder und wieder glitt sein Finger auf und ab, er wurde schneller, dann wieder langsamer, er fühlte, wie sich die Klitoris verhärtete, wie sich auch die Brustwarze aufstellte.
Wie lange konnte sie noch durchhalten?
Es schienen wahre Ewigkeiten zu vergehen - dann aber begannen ihre Schenkel zu zucken. Joachim Stabel wußte, daß er gewonnen hatte.
"Dreh dich um", bat er leise.
Sie gab keine Antwort, rührte sich noch immer nicht, doch ihr Atem schien schneller zu gehen, jedenfalls kam es ihm so vor.
Wieder begann er den Finger schneller zu bewegen, fest umfaßten Daumen und Zeigefinger die Brustwarze; er wollte sie zu einer Reaktion zwingen.
Die Nässe in ihrem Schoß hatte sich noch verstärkt, sie konnte das verlangende Zucken ihres Körpers nicht mehr unterdrücken.
"Dreh dich um", bat er wieder.
Ihr Kopf ruckte hoch, ihre Augen funkelten ihn an.
"Du bist ein Schuft", keuchte sie, "merkst du nicht, daß ich es nicht will?" "Ich merke, daß du es willst - sehr sogar - warum sträubst du dich also?" .
"Hör auf", bat sie erstickt.
"Wieso? Ist es nicht schön? Isolde - merkst du noch immer nicht, wie sehr ich dich begehre?" "Du bist ein Schnüffler." "Ich habe eine Arbeit, wie jeder andere Mann auch - aber jetzt will ich nicht an diese verdammte Arbeit denken, ich will dich lieben, Isolde." "Ich sagte, du sollst mich nicht anrühren und ich meinte es ernst." "Und ich glaube dir nicht. Du hast dich erschrocken, als ich so plötzlich vor dir stand, aber du mußtest wissen -" "Hör auf", schrie sie fast, "Aber du hast mir einen guten Tip gegeben; in Zukunft werde ich mit den Detektiven, die mein Schwager mir auf den Hals schickt, schlafen. Ich war eine Närrin, denn ich hätte schon viel eher daran denken sollen." "Du wirst in absehbarer Zeit nur mit einem Mann schlafen und zwar mit mir, mein Schatz." "Joachim, wenn du nicht -" Sie hatte sich noch weiter aufgerichtet und er hatte die Gelegenheit benutzt, ihre Brustwarze noch besser zwischen die Finger zu bekommen. Als er sie drückte und bewegte, brach sie mitten im Satz ab.
"Warum sprichst du nicht weiter?" forschte er mit einem frechen Grinsen.
"Du kannst es aufgeben, Joachim -" Mit dem Druck seines ganzen Körpers hatte er sie jetzt herumgedreht.
Er lag auf ihr, fühlte die Wärme in sich aufsteigen.
Ihre Augen waren ganz nah. Sie funkelten noch immer zornig. Sie wollte ihn fortstossen, doch er hielt ihre Hand fest.
Als er sie küßte, biß sie ihn. Joachim Stabel schmeckte das Blut, aber das störte ihn nicht. Nichts störte ihn mehr, er wollte diese Frau um jeden Preis besitzen - und sie sollte vor Lust stöhnen.
Die Lippen fest auf ihren Mund gepreßt, begann er mit der freien Hand das winzige Etwas von einem Schlüpfer herunterzuziehen. Das war nicht einfach, denn er lag ja halb auf ihr.
Mit einem Ruck zog er den Reißverschluß seiner Hose auf und es war wie eine Erlösung, als sein Glied nun steif und prall herausschnellen konnte.
Er küßte sie noch immer, als er in sie eindrang. Langsam nur bewegte er sich, aber jeder Stoß war kräftig.
Himmel hilf, dachte er, wenn sie nicht gleich ihre Abwehr aufgibt, werde ich kommen und sie wird nicht einmal etwas davon gehabt haben.
Und dann geschah das Ersehnte doch. Joachim Stabel fühlte, wie die abwehrende Kraft ihrer Hand nachließ, wie ihr Körper - vielleicht noch unbewußt, seinem Rhythmus folgte.
Er drückte seinen Mund in ihre Halsbeuge und hörte, daß sie stöhnte.
Nun verdoppelte er das Tempo, stieß heftig in sie hinein, verhielt noch einmal.
"Weiter", hauchte sie, "bitte mehr - ja - ja - o mein Gott - ja - bitte Lieber -" "Jetzt?" fragte er zärtlich.
"Ja!" Sie schrie dieses eine Wort und sie umarmte ihn, klammerte sich an ihn, folgte ihm nun.
Als er ein letztesmal zustieß, fühlte er, daß auch sie zum Orgasmus kam.
Er schloß die Augen, lehnte sein Gesicht an ihres und genoß diesen zärtlichen Moment der Erschlaffung. Lange noch blieb er in ihr, kleine Küsse auf ihren Mund hauchend.
Isolde Herfort fuhr mit beiden Händen durch sein Haar, streichelte ihn, dann flüsterte sie: "Weißt du eigentlich, wie schwer du bist?" "Zu schwer?" Sie fuhr mit den Fingern über seine blutende Lippe.
"Ich habe dir wehgetan, nicht wahr?" "Als du stocksteif wie eine Holzpuppe neben mir lagst, hat es mir mehr geschmerzt." "Du ahnst ja nicht, was es bedeutete, so still zu liegen." "Barbarin", murmelte er, küßte sie noch einmal und glitt neben sie.
"Joachim", flüsterte sie, "du weißt hoffentlich, daß alles enden muß." "Nein." "Du selbst kennst meinen Schwager - ich kann und will ihm keine Handhabe gegen mich geben." "Du meinst also, ich soll fortgehen und nie wiederkommen?" Sie schwieg, streichelte sein Haar.
"Warum antwortest du nicht, Isolde?" "Weil es sehr schwer ist, deine Worte zu bestätigen." "Und warum?" "Mein Gott, du merkst doch, daß ich dich mag." "Dann wir sich auch ein Weg für uns finden lassen." "Nein - nein, ich wäre diesen Aufregungen - dieser ewigen Angst nicht gewachsen." "Du vergißt, daß ich selbst Detektiv bin, ich kenne alle Schliche. Ich werde deinen Ruf nicht schädigen, darauf gebe ich dir mein Wort." "Es wäre besser -" Er legte die Hand auf ihren Mund und beendete somit den Satz.
"Ich weiß wirklich nicht, wie es weiter gehen soll", flüsterte sie, als er die Hand wieder fortnahm.
"Es wird Sommer, wir gehen - wie die Kinder in den Wald. Isolde, hast du schon mal auf dem Waldboden geliebt? Es kann herrlich sein, sage ich dir.
Über dir der Himmel, der Duft der würzigen Tannen -" "Und abends Sand und Nadeln im Po", vollendete sie. Sie küßten sich und lachten beide.
"Möchtest du etwas zu essen haben, Joachim?" "Später. Jetzt möchte ich ein Bad - und Liebe - nichts als Liebe." "Hör auf - du bist doch kein ganz junger Mann mehr." .
"Nein?" fragte er, küßte sie und raunte: "Zieh dieses verdammte Kleid endlich aus." "Du bist ein Lustmolch." Wieder lachte sie und wieder klang es glücklich.
Er mochte dieses Lachen.
Eine Stunde später hatte Isolde alle Bedenken vergessen. Sie gab ich der Liebe hin und sie genoß sie nicht nur in vollen Zügen, sie tat alles, um auch ihm alle Wonnen zu bereiten.
Sehr schnell hatte sie herausgefunden, daß er besonders erregt wurde, wenn sie sein Glied zwischen ihre Lippen nahm, wenn sie ihre Zunge daran entlanggleiten ließ. Sie liebte ihn zärtlich und leidenschaftlich zugleich. Sie keuchte, als er sie von hinten nahm und seine Hände dabei an ihren Brüsten waren. Sie dankte ihm für diese Stunden, in der sie wieder eine richtige Frau sein durfte, indem sie ihn immer wieder anfeuerte und selbst kaum genug bekam.
Der Abend dämmerte schon herauf, als sie erschöpft, aber ineinander verschlungen, nebeneinander lagen.
"Glücklich?" wollte er wissen.
"Hm." "Ich komme morgen wieder." Sie wollte aufbegehren, doch er lachte: "Keine Widerrede, mein Schatz. Ich komme morgen - und du wirst mich gebührend empfangen und ich hoffe, daß du dann nicht mehr allzuviel anhaben wirst." "Joachim, manchmal bist du unmöglich." Als sie sich trennten, nahm er ihr Gesicht in beide Hände.
"Pass auf dich auf", raunte er.
Sie stand und schaute ihm nach, fuhr sich dann durch das Haar und lächelte.
Dieser Mann hat von mir Besitz genommen, dachte sie. Mein Körper brennt, wenn er mich nur berührt.
Sie lauschte in sich hinein. Es war schön, wunderschön, so glücklich und gelöst zu sein. Das Kribbeln, diese Nervosität war fort.
Sie wußte, daß sie ihn gegen jede Vernunft immer und immer wieder empfangen würde. Morgen würde er wiederkommen. Morgen Sie erschauerte, als sie nur an ihn dachte.
Joachim Stabel summte ein Lied vor sich hin. So gut hatte er sich schon lange nicht mehr gefühlt. Diese plötzliche, so unverhoffte Liebe hatte ihn aufgemuntert.
Er stellte sich die Frage, wie lange das wohl anhalten würde. Bisher hatten ihn Frauen zwar erregt und er hatte die Liebe genossen, waren die Stunden aber vergangen, so blieb er irgendwie hohl zurück. Bei Isolde aber war das anders. Er ertappte sich dabei, daß er überlegte, was er ihr schenken könnte. Daran hatte er noch bei keiner Frau zuvor gedacht.
Er war bereits angekleidet und band sich die Krawatte. Er war froh, daß es im Augenblick nicht viel Arbeit für ihn gab. Die Routinearbeit, die angefallen war, hatte er in wenigen Stunden erledigen können. Er war frei - frei für die Liebe, frei für Isolde.
Zu Mittag hatte er ein Riesensteak gegessen und er nahm sich vor noch eine ungeheure Portion gebratene Eier zu verzehren, ehe er seinem neuen Abenteuer entgegenlief, als der Türsummer betätigt wurde.
Einen Augenblick lang hoffte er, es könnte Isolde sein, doch als er die Tür öffnete, stand Gabriele Langer vor ihm.
Ihr Gesicht war schmerzverzerrt, sie hielt sich am Türpfosten fest, war kaum zu verstehen, als sie hauchte: "Können Sie einen Augenblick zu mir kommen?" Ohne eine Antwort abzuwarten, ging sie unsicher zur Nachbartür zurück.
Joachim Stabel folgte ihr mit einem unbehaglichen Gefühl.
Als er die Wohnung betrat, blieb er entsetzt stehen. Blutige Handtücher lagen auf dem Fußboden. Gabriele Langer wankte zum Bett und griff sich an den Kopf.
"Mein Gott, was haben Sie denn?" fragte er erschrocken.
"Ich war heute - bei einer Frau - na ja, Sie wissen schon. Ich hatte einmal vergessen meine Pille zu nehmen. Es war schrecklich und außerdem scheint etwas schiefgegangen zu sein." Hilflos deutete sie auf die Tücher, die am Boden lagen.
"Ich werde eine Arzt verständigen." "Sind Sie verrückt?" fragte sie hart, "soll ich vielleicht ins Kittchen gehen? Der Paragraph 218 ist schließlich noch nicht geändert worden." "Aber irgend etwas muß doch geschehen, Sie verbluten ja sonst." Das Mädchen schwieg. Das blonde Haar hing ihr wirr um den Kopf.
"Soll ich Ihre Mutter anrufen?" "O nein - das wäre fast noch schlimmer. Mutter ist eine Puritanerin, verstehen Sie? Nein, das verstehen Sie natürlich nicht, wie sollten Sie auch." "Aber jetzt brauchen Sie Ihre Mutter, ich kann nichts für Sie tun, ich bin schließlich kein Arzt." Sie stöhnte und die Arme wie schützend um den Leib.
"Irgend etwas muß geschehen, Gabriele. Wenn Sie mich schon herüberholen und damit zum Mitwisser machen, dann kann ich auch nicht zusehen, wie Sie hier Ihr junges Leben ausbluten. Legen Sie sich hin." "Ich hätte Sie ja gar nicht geholt", jammerte das Mädchen, "aber meine andere Nachbarin ist nicht da. Mir wurde so übel, ich hatte so schreckliche Angst und hatte das Gefühl, daß ich hier allein sterben müßte. Deshalb kam ich zu Ihnen. Jetzt weiß ich auch nicht mehr warum.
Gehen Sie besser wieder." "Das kommt überhaupt nicht in Frage. Ich lasse Sie hier so nicht zurück." "Es war verrückt, daß ich Sie holte. Vergessen Sie es einfach. Es wird schon wieder besser werden." "Legen Sie sich hin", befahl er streng. "Und seien Sie mal ruhig, ich möchte überlegen. Ich kenne einen Arzt - ich habe mit ihm die Schulbank gedrückt. Vielleicht hilft er, wenn ich ihn anrufe." "Würden Sie das für mich tun?" "Legen Sie sich endlich hin", wiederholte er grob und eilte schon hinaus in seine Wohnung um zu telefonieren.
Er hatte Glück, war sofort mit dem Arzt verbunden.
"Harry - hier ist Joachim - du erinnerst dich? Joachim Stabel - wir hatten mal -" "Aber ja - ich erinnere mich natürlich. Joachim Stabel - klar - wie geht es dir?" "Ich brauche deine Hilfe - deine schnelle Hilfe, verstehst du?" "Nein. Kein Wort." "Ich glaube, hier besteht Lebensgefahr. Harry, ich kann dir das nicht am Telefon nicht erklären. Könntest du kommen? Aber es muß sofort sein." "Lebensgefahr sagst du?" "Ja, ich glaube." "Aber du sprichst ganz normal." "Es geht nicht um mich, es geht um ein junges Mädchen." "Aha." "Nichts aha. Es ist Eile geboten. Komm bitte. Bitte, Harry, wir haben uns zwar lange nicht gesehen, aber es ist dringend. Ich brauche deine Hilfe als Arzt." "Du wirst mir die Adresse sagen müssen." Joachim Stabel nannte sie und atmete auf, als der Arzt versprach, in wenigen Minuten zur Stelle zu sein.
"Sie bekommen Hilfe", sagte er zu Gabriele Langer, die das Stöhnen nun nicht mehr unterdrücken konnte.
Schweiß stand ihr auf der Stirn. Joachim Stabel setzte sich zu ihr und wischte ihn ab. Er atmete auf, als es tatsächlich wenige Augenblicke später klingelte.
Der Jugendfreund betrat die Wohnung. Er sah mit einem Blick, was sich ereignet hatte.
"Das ist nichts für mich", entschied er kurz.
.
"Harry, du mußt ihr helfen." "Ich muß gar nichts, mein Lieber. Das ist kein Fall für mich. Was glaubst du wohl, was passiert, wenn ich sie anrühre und sie mir unter den Händen stirbt? Nein, mein Lieber - ich habe Familie. Das kann ich mir nicht leisten." "Aber irgend etwas muß geschehen, Harry." "Ich werde das Mädchen in ein Krankenhaus einweisen lassen." "Nein", schrie Gabriele Langer auf. "Bitte nicht, Herr Doktor. Bitte helfen Sie mir. Es darf doch niemand wissen. Bitte - es war schon alles so schrecklich, als ich bei dieser Frau war - ich war bin am Ende meiner Nerven." "Das hätten Sie sich vorher überlegen sollen, mein Fräulein. Ich kann Ihnen nicht helfen." Doch der Arzt war schon zum Bett getreten. Joachim Stabel drehte sich um, als der Arzt die Bettdecke zurückzog.
"Hilf mir, sie höherzulegen", knurrte der Arzt, "Ich werde sie untersuchen." Joachim Stabel wünschte sich bis an das Ende der Welt. Ihm wurde übel, doch er packte mit zu, trat dann aber zum Fenster.
"Immer dieselbe verdammte Schweinerei", knurrte der Arzt. Joachim Stabel drehte sich nicht um. Er hörte Instrumente klappern, hörte Gabriele stöhnen, dann sagte der Arzt: "Anscheinend haben Sie noch einmal Glück gehabt. Ich werde Ihnen eine Spritze geben. Wenn sie wirkt und die Blutung zum Stehen kommt, sind sie noch einmal mit einem blaün Auge davongekommen. Joachim", fuhr er härter fort, "du wirst bei ihr bleiben und mich in zwei Stunden anrufen. Wirkt die Spritze nicht, muß sie ins Krankenhaus. Ist das klar?" "Ja." "Du hättest es ihr ersparen sollen." "Aber er hat damit gar nichts zu tun", wisperte das Mädchen kläglich. "Sie irren sich, Herr Doktor. Herr Stabel ist ganz zufällig mein Nachbar. In meiner Angst holte ich ihn herein." "Was? Sie wollen sagen - Menschenskind, Joachim - davon hast du doch kein Wort gesagt." "Das änderte ja wohl kaum etwas an den Tatsachen, nicht wahr? Sie brauchte Hilfe, wollte nichts vom Krankenhaus oder von ihrer Mutter wissen und da dachte ich an dich." "ich wünschte, dir wäre ein anderer Arzt eingefallen." "Aber du kannst ihr helfen, ja?" "Ich weiß es nicht - aber ich hoffe." Gabriele Langer bekam die Spritze. Der Arzt schaute auf die Uhr.
"Bleibst du also bei ihr? Rufst du mich an? Ich werde noch einmal selbst nach ihr sehen im Fall sie dir nicht die Wahrheit sagt. Kann ich mich auf dich verlassen?" "Ja, ich bleibe hier." "Gut - also bis dann." Joachim Stabel geleitete den Mann hinaus. Sie reichten sich nicht einmal die Hände.
"Sie haben mich da in eine schöne Situation gebracht, meine Liebe", knurrte er zornig, als er wieder ins Zimmer kam. "Außerdem haben Sie mir auch noch den Abend verdorben." "Aber Sie sind sehr, sehr nett. Ich danke Ihnen vielmals." "Wie fühlen Sie sich?" "Besser, die Schmerzen sind fort." "Bleiben Sie ruhig liegen." "Ich werde wirklich alles tun. Mein Gott, Sie ahnen ja nicht, wie dankbar ich Ihnen bin." "Hätte Sie das Kind den nicht austragen können?" "Sie als Mann haben gut reden. Was soll ich denn mit einem Kind, ohne Mann?" "Vielleicht hätte Sie der Vater des Kindes geheiratet, wenn Sie ihm nur ein Wort gesagt hätten." "Vielleicht - das Schlimme ist nur, daß ich nicht weiß - ich meine - nicht mit letzter Sicherheit weiß, wer der Vater war." Er starrte sie an, als sähe er sie zum ersten mal.
"Meinen Sie das ernst?" "Nun ja - ich bin jung - Joachim, nun machen Sie doch nicht so ein böses Gesicht. Ich bin, wie ich bin." "Ich sollte doch Ihre Mutter benachrichtigen." "Wollen Sie mich umbringen?" "Eine Mutter hat für so etwas sicherlich Verständnis." "Amen", sagte sie - und lächelte.
"Gabriele, kann ich Sie einen Augenblick allein lassen? Ich muß unbedingt telefonieren." "Eine Frau?" "Ja, ich hatte eine Verabredung." "Wie nett, daß Sie sich für mich opfern - wirklich - Sie sind fabelhaft, Joachim. Sie können auch von hier telefonieren." "Nein - aber ich bin bald zurück." Er nahm den Wohnungsschlüssel mit und eilte in seine Wohnung.
Er wählte die Nummer und wartete auf Isoldes Stimme. Endlich meldete sie sich.
"Isolde, hier ist Joachim." "Ja? Wo bist du? Warum rufst du an? Ich war gerade im Bad, ich wollte -" "Isolde, ich kann heute nicht kommen." "Ist - etwas geschehen?" "Ich kann nicht fort - ein dringender Fall - verstehst du?" "Nein, leider verstehe ich kein Wort. Meinst du, daß du wichtige Arbeit hast?" "So ähnlich - ja." "Kann das nicht bis morgen warten?" .
"Nein, Isolde. Es handelt sich um eine Hilfeleistung. Ein - Nachbar ist verunglückt, ich kann nicht fort. Der Arzt wird in zwei Stunden noch mal wiederkommen." "Warum bringt man den Mann nicht einfach ins Krankenhaus?" "Isolde - Liebling, du stellst zu viele Fragen. Glaube mir, daß ich gern kommen würde, aber es geht nicht - oder sehr spät. Soll ich spät noch kommen?" "Wann immer du willst, ich erwarte dich." "Danke", sagte er nur, dann legte er auf.
Als er die Wohnung von Gabriele Langer betrat, lächelte sie ihm wieder entgegen.
"Es geht mir besser", sagte sie fröhlich. "Die Schmerzen sind fort und es scheint sich zu beruhigen." "Ich wünsche es Ihnen." Er ließ sich in den Sessel fallen, schaute sie an, wie sie klein und fast zerbrechlich in den Kissen lag.
"Gabriele - ich möchte mit Ihnen reden", begann er nach einer langen Pause.
"Das habe ich fast befürchtet - aber Sie waren sehr gut zu mir - und wenn Sie mir nicht gerade eine Standpauke halten, will ich gern zuhören." "Warum haben Sie Ihr Elternhaus verlassen?" "O, ich hatte gar keines. Ich meine, ich hatte keinen Vater. Später hatte ich einen - aber der wollte mich nicht. Ach hören Sie am besten auf mit diesen Dingen." "Nein, das werde ich nicht, denn ich bin immer noch der Ansicht, daß ich Ihre Mutter benachrichtigen sollte. Erzählen Sie mir etwas aus Ihrem Leben, Gabriele." "Das ist mit ein paar Sätzen getan. Ich bin unehelich geboren - und all die Leute, die da meinen, daß es keine Unterschiede gibt, irren sich gewaltig." "Aber Ihre Mutter liebte Sie doch?" "Sie liebte mich zu sehr, möchte ich sagen. Sie verhätschelte mich, sie nannte mich Prinzesschen. Ja - dann, als ich zwölf Jahre alt war, heiratete sie. Es war ein alter Knacker - aber er war gut zu mir. Er mochte mich." "Vorhin sagten Sie -" "Ich weiß", unterbrach sie rasch, "das scheint ein Widerspruch zu sein, ist es aber nicht. Er mochte mich - er war nur leider aus einer so stinkfeinen Familie, daß er niemanden sagen konnte, daß meine Mutter ein Kind hatte. Das war das Problem, verstehen Sie? Meine Mutter weinte zwar, aber ich kam schließlich in ein Pensionat. Es war ein erstklassiges Haus, das kann ich Ihnen sagen. Ich habe alles gelernt - alles. Angefangen hat alles, als einige Mädchen heimlich aus dem Fenster stiegen, um sich mit Jungen zu treffen. Na ja - da bin ich eben mitgegangen. Zuerst hat mir die Sache gar keinen Spaß gemacht, aber dann -" "Dann?" "Nun ja, ich hatte bald heraus, daß man die Männer um den Finger wickeln kann, wenn man ihnen ein wenig Zärtlichkeit schenkt. Ich bin gut in der Liebe", sagte sie schockierend naiv und fuhr fort: "Als meine Mutter Witwe wurde und als ich heimkommen konnte zu ihr, da hielt sie mich immer noch für ein kleines Mädchen. In Wirklichkeit aber war ich schon eine Frau. Und ich brauchte die Liebe - im Gegensatz zu meiner Mutter, die anscheinend Fischblut in den Adern hat. Sie lebt wie eine Nonne, zurückgezogen und allein. Keine Freunde - keine Männer. Wie hätte ich ihr erklären sollen, was mich bedrückt?" "Sie ahnt nichts von Ihrem Leben?" "Sie glaubt, daß ich in München bin und eine Stelle als Modezeichnerin angenommen habe. Einmal in der Woche rufe ich sie an. Sie ist dann immer schrecklich nett zu mir und fragt, ob ich denn wirklich allein zurechtkomme. Die Gespräche sind meist kurz, denn sie will nicht, daß ich viel Geld für das Gespräch ausgebe. Jeden Monat schickt sie mir einen Scheck, den mir die Bank dann freundlicherweise hierher zusendet." "Ihre Mutter lebt also auch in dieser Stadt?" "Ja." "Und Sie sind ihr nie begegnet?" "Nein. In die Lokale, in denen ich verkehre, geht sie mit Sicherheit nicht." "Gabriele - haben Sie denn gar keine Sehnsucht nach Ihrer Mutter?" "Doch. Manchmal schon, aber was soll ich sagen, wenn ich sie besuche?" Joachim Stabel wußte darauf keine Antwort. Lange schwiegen beide, dann murmelte das Mädchen: "Wenn es mir besser geht, werde ich sie besuchen. Ja, ich werde es tun, ich werde zwar lügen müssen und etwas vom Urlaub erzählen - aber ich werde sie wiedersehen. Ja - ich glaube, ich habe Sehnsucht, aber so soll sie mich natürlich nicht sehen." "Warum machen Sie nicht Schluß mit diesem Leben? Warum schaffen Sie sich nicht einen festen Freund an und denken an Heirat?" "Weil die Männer, die ich heiraten möchte, alle schon vergeben sind, oder aber -" "Ja?" "Sie zum Beispiel - aber die Abfuhr neulich - na ja, Schwamm drüber - ich weiß jetzt noch nicht, wie ich heute überhaupt den Mut hatte, bei Ihnen zu klingeln." "Sie hatten Angst, das ist alles." "Ja, wahrscheinlich haben Sie recht." "Geht es Ihnen wirklich besser?" "Ja - wenn es so bleibt, werde ich es wohl überstehen." "Gabriele -" "Spielen Sie jetzt nicht den Erziehungsberechtigten", rief das Mädchen.
"Ich liebe das Leben und ich liebe die Liebe. Ich bin jung - und ich will so leben, wie ich es tue. Später vielleicht werde ich anders denken - aber das hat noch Zeit. Erschreckt es Sie?" "Was glauben Sie, was Ihre Mutter dazu sagen würde?" .
"Mein Gott, so hören Sie doch schon auf. Oder haben Sie einen Mutterkomplex? Ich bin eine Frau - kann ich dafür, daß meine Mutter Fischblut hat? Sie würde mich sowieso nie verstehen", fügte sie leiser hinzu.
"Sie sind ein so nettes Mädchen." "Wirklich?" fragte sie schon wieder sehr kokett.
Joachim Stabel seufzte und er kam sich plötzlich wieder sehr alt vor, denn er hatte wirklich das Bedürfnis diesem Mädchen väterlich zu helfen. Aber würde sie sich helfen lassen?
"So", riß Gabriele ihn aus seinen Gedanken, "Jetzt sind die zwei Stunden um, Sie können bitte beim Arzt anrufen." Joachim tat es und der alte Jugendfreund kam noch einmal, um nach dem Mädchen zu sehen.
"Bleiben Sie noch im Bett liegen", sagte er energisch, "Sie scheinen wirklich Glück gehabt zu haben. Ich sehe morgen wieder nach Ihnen." "Kann man sie allein lassen?" erkundigte sich Joachim Stabel.
"Ja, sie kann allein bleiben. - Hier ist meine Adresse, Fräulein Langer.
Sollte etwas Unvorhergesehenes passieren, rufen Sie mich bitte an. Es kann auch mitten in der Nacht sein." "Danke, Herr Doktor. Vielen Dank." Dieser knurrte etwas unverständliches, dann ging er wieder. Joachim Stabel zögerte. Gabriele lachte: "Na los - eilen Sie zu Ihrem Stelldichein - und grüßen Sie die Frau und sage Sie ihr, was sie für ein Glückspilz ist." "Ich werde mich hüten, von Ihnen etwas zu erzählen." "Was habe Sie ihr eigentlich vorhin gesagt?" "Daß ein Nachbar verunglückt sei." Gabriele kicherte, murmelte dann: "Sie sind wirklich ein Schatz." "Und bleiben Sie im Bett. Ich bringe Ihnen morgen frische Brötchen." "Warum sind Sie eigentlich so nett zu mir?" "Ich weiß es nicht - aber nun schlafen Sie." Er löschte das Licht und verließ die Wohnung. Den Schlüssel behielt er in seiner Tasche.
Isolde Herfort strahlte über das ganze Gesicht, als sie die Tür öffnete und ihn plötzlich vor sich sah.
"Ich hatte dich noch gar nicht erwartet." "Soll ich wieder gehen?" "Untersteh' dich." Sie legte beide Arme um seinen Hals. Als er sie küßte, wurde er gleich wieder erregt. Diese Frau mußte etwas besonderes an sich haben, das ihn sofort in Alarmstimmung brachte, wenn er sie nur ansah.
"Ist der Mann im Krankenhaus?" fragte sie.
"Welcher Mann?" "O Joachim - du hast also gelogen. Warum eigentlich? Es war gar kein Mann, der da angeblich verunglückt ist, sonst hättest du jetzt nicht so verständnislos gefragt." "Also gut, es war ein Mädchen - aber es war ein Unglück und ich mußte helfen; ich war einfach moralisch dazu verpflichtet." "Du mußt nicht lügen", sagte sie vorwurfsvoll. "Ich hasse Lügen - ich hasse eigentlich nichts so sehr auf der Welt - meinen Schwager vielleicht ausgenommen." "Isolde, es ist -" Schnell legte sie ihm die Hand auf den Mund.
"Du sollst nichts sagen, du sollst dich auch nicht verteidigen. Du bist mir keine Rechenschaft schuldig, Joachim. Ich bitte dich nur um eines: Lüge mich nicht wieder an, das mag ich nicht." "Aber du mißverstehst die ganze Sache." "Wir werden sehen", sagte sie mit einem bedeutsamen Lächeln.
"Was wirst du sehen? Ich verstehe dich nicht." "Wir werden sehen, wie oft du lieben kannst." Er lachte und griff unter ihren Morgenmantel. Er seufzte, als er die nackte Haut fühlte. Sie drängte sich an ihn, fühlte sein Glied hart gegen ihren Schamberg.
Mann oder Mädchen, dachte sie - es ist nichts geschehen, sonst wäre jetzt alles anders.
In dieser Nacht liebte Isolde Herfort so leidenschaftlich wie bisher noch nie. Sie brachte sich und ihn bis an den Rand der Erschöpfung, dann aber starrte sie nachdenklich an die Zimmerdecke.
Er umschlang sie, fragte: "Ich gäbe einen Teil meines kleinen Vermögens, wenn ich jetzt deine Gedanken erraten könnte." "Ich frage mich gerade, wann es vorbei sein wird." "Ich weiß es nicht", gestand er ehrlich.
"Ist das andere Mädchen sehr jung?" "Sehr jung und sehr hübsch - und doch nicht halb so begehrenswert wie du." "Du bist ein Schmeichler." "Es ist wahr, Isolde. Wann immer ich dich anschaue, begehre ich dich. Das ist mir noch bei keiner anderen Frau so intensiv passiert. Ich bedaure, daß ich dich nicht noch einmal lieben kann." "Wir könnten es ja versuchen", lachte sie und begann ihn erneut zu streicheln.
"Diesmal werde ich dich enttäuschen." "Na gut, dann möchte ich jetzt enttäuscht werden", antwortete sie und nahm sein nun sehr kleines Glied in die Hand.
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"Was willst du mit einem so kleinen Mann?" fragte er leise.
Sie antwortete nicht, aber ihre Hand bewegte sich, liebkoste ihn und nach einigen Minuten kicherte sie wie ein junges Mädchen.
"Na bitte." "Du irrst dich. Ich fürchte, der Kleine gibt jetzt nur an." "Ich glaube eher, daß der Große genug hat." "Von dir bestimmt nicht." Nun huschten auch seine Hände wieder über ihren Körper. Ihre Haut war glatt und kühl, ihr Schoß aber war heiß.
Dankbar, weil sie ihn erst begreifen ließ, was er wirklich in der Liebe leisten konnte, nahm er sie erneut in die Arme.
Es dauerte sehr lange, aber dann kam er doch noch einmal zum Höhepunkt und wie sonst auch, riß er sie auch diesmal mit. Wie betäubt lag sie in seinen Armen.
"Lieber", hauchte sie und er küßte sie dankbar für diese Sanftheit.
Als er das Haus verließ, graute der Morgen schon.
Sie erinnerte ihn nicht mehr daran, sehr vorsichtig zu sein. Isolde Herfort war in einem Stadium, wo ihr alles egal war.
Dieser Mann, der so unerwartet in ihr Leben getreten war, ließ sie erkennen, daß sie noch begehrenswert war - und dieses erhabene Gefühl ließ alles andere versinken.
Als sie ihm nachschaute, murmelte sie unwillkürlich: "Lieber Gott gib, daß es noch nicht so bald endet."
"Hallo Mami." "Gabriele - du? Kind - Kind, wo kommst du denn her? Warum hast du nicht angerufen? Warum hast du mir nicht gesagt, daß du kommen würdest?" "Es ging alles so schnell, ich wollte dich außerdem überraschen. Freust du dich, daß ich gekommen bin?" "Aber Kind - wie kannst du nur fragen? Ich freue mich schrecklich. Laß dich anschauen - du siehst schlecht aus, Gabriele." "Ich habe in letzter Zeit viel gearbeitet", log Gabriele Langer, die der Mutter nun einen Kuß gab, dann den Mantel auszog und ihn an den Haken hing.
"Wie immer ist es hübsch bei dir", sagte sie leichthin und trat ins Wohnzimmer ein.
Stolz betrachtete Isolde Herfort die große Tochter. Ja, Gabriele war ein bildhübsches Mädchen.
"Das ist wirklich eine Überraschung", sagte sie wieder. "ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Hast du Urlaub?" "Ja, ein paar Tage." "Macht dir dein Beruf Freude?" "O ja, Mami - sehr." "Das ist schön, Kind. Wir wissen eigentlich so wenig voneinander, nicht wahr? Erzähle doch, Gabrielchen - erzähle doch. Wir wollen jede Stunde ausnutzen. Wie lange wirst du bleiben?" "Drei Tage." "Du wirst natürlich bei mir wohnen. O Gabriele, es wird zauberhaft werden.
Aber so erzähl doch, Kind. Hast du Freundinnen in München?" "Aber ja. Ja, natürlich." "Und wie steht es mit einem jungen Mann? Bist du vielleicht verliebt und nur deshalb gekommen, um mir das zu sagen?" "Nun ja - ach Mami - es ist noch nichts, worüber man reden könnte." "Brauchst du Geld? Sage es nur, ich helfe dir gern, wenn du in Schwierigkeiten sein solltest." "Nein - eigentlich brauche ich kein Geld, du schickst mir ja jeden Monat einen Scheck. Allerdings -" "Ja?" "Weißt du, Mami - neulich hat mir ein sehr netter Mann aus einer ganz heiklen Situation geholfen. Ich kann dir das nicht so genau erklären, er war jedenfalls sehr nett zu mir und ich würde ihm sehr gerne eine nette Kleinigkeit schenken. Irgend etwas was ihn erfreuen könnte, aber das würde meinen Etat doch ganz schön belasten. Kitsch möchte ich nicht kaufen und wirklich gute Dinge sind sehr teuer." "Liebst du diesen Mann?" "Weißt du - darüber bin ich mir noch nicht klargeworden. Ich mag ihn sehr - und er hat mir ganz selbstlos geholfen. Ich möchte ihm ganz einfach eine Freude machen." "Ich verstehe schon, mein Kind. Und da fällt mir etwas ein. Es liegt da noch ein sehr wertvolles, goldenes Zigarettenetui im Schrank, es gehörte meinem Mann - du kannst es dir ja mal anschauen." Isolde Herfort ging ins Nebenzimmer. Gabriele folgte ihr. Erstaunt blieb sie an der Esszimmertür stehen.
"Mami - du hast ja für zwei Personen gedeckt. Mich kannst du nicht erwartet haben - erwartest du eine Freundin?" Isolde Herfort wurde rot wie ein Schulmädchen. Doch da sie Lügen haßte, sagte sie die Wahrheit.
"Ich erwarte einen Mann, Gabriele, aber ich werde selbstverständlich absagen. Diese drei Tage sollen nur uns gehören." "Einen Mann, Mami? Wirklich einen Mann?" fragte das junge Mädchen und mit der Unsinnigkeit der Jugend fügte sie hinzu: "In deinem Alter?" Isolde Herfort lächelte nur nachsichtig.
"Mein liebes Gabrielchen - wenn du zwanzig weitere Jahre gelebt haben wirst, wirst du erkennen, daß man auch dann noch lange nicht zu alt für die Liebe ist." .
"Aber - so kenne ich dich ja gar nicht. Du hast einen Freund? Du?" "Was ist daran ungewöhnlich?" "Nun ja - wenn ich dich anschaue, kann ich es schon verstehen. Du siehst gut aus. Niemand würde dir wohl ansehen, daß du schon eine so große Tochter hast." "Trotzdem bin ich sehr stolz auf meine Tochter. Hier mein Kind, hier ist das Zigarettenetui, Gefällt es dir? Oder ist es als Geschenk vielleicht zu protzig?" "O nein - das wäre genau das Richtige. Ja, damit könnte ich ihn sicherlich erfreuen. Es sieht fast neu aus." "Es ist neu. Ich habe es meinem Mann zwar geschenkt, aber er hat es nie benutzt. Gleich nach dem ich es ihm geschenkt hatte, mußte er das Rauchen aufgeben. Ich freue mich, wenn es nun endlich einen Sinn bekommen wird." "Du willst es mir wirklich geben?" "Aber ja. Warum denn nicht?" "Nun - vielleicht - ich meine, wenn du doch selbst einen Freund hast?" "Unsinn, Kind. Wenn es dir gefällt, nimm es nur." "Danke, Mami." "Du wirst dich frisch machen wollen? Ich rufe indessen meinen Freund an und sage ab." "Laß ihn doch kommen, Mami. Ich würde ihn gern sehen. Wie alt ist er denn?
Wie sieht er aus?" "Er sieht umwerfend gut aus - ein ganzer Mann." "Du liebst ihn?" Isolde Herfort wich dieser Anwort aus, sie rief: "Mach dich frisch, Kleines - ich telefoniere rasch." "Mami - laß ihn doch kommen." "O nein. Wenn mein Kind für nur drei Tage in der Stadt ist, will ich keine einzige Minute teilen." "Oder weiß er nicht, daß du eine Tochter hast?" "Nein, er weiß es noch nicht, aber das würde keine Rolle spielen." "Schämst du dich meiner?" "Aber Gabriele - wie kannst du so etwas sagen?" "Dann lade ihn ein. Es muß ja nicht heute sein. Sagen wir Übermorgen?
Abgemacht?" "Ich begreife nicht -" "Ich bin ganz einfach neugierig. Bitte - ich würde ihn gern sehen. Das heißt - natürlich nur, wenn es dir recht ist." "Also abgemacht, ich frage ihn." Gabriele verließ zwar das Zimmer, doch sie ging nicht ins Bad. Sie lungerte vor der Tür herum und hörte, wie ihre Mutter telefonierte.
"Hallo? Lieber? Hier Isolde. Diesmal muß ich dir leider eine Absage geben. Lieber - nein - sei nicht so schrecklich - meine Tochter ist gekommen - wie bitte? Nein, ich hatte es dir nicht gesagt, aber ist das wichtig? Du würdest das Mädchen gern kennenlernen? Nun, ich kann dir sagen, daß sie das Gleiche sagte, aber laß uns zwei Tage, ja? Frauen haben sich unendlich viel Unsinniges zu erzählen - aber übermorgen kommst du zum Kaffee, ja? Fein. Ich danke dir für dein Verständnis, Lieber - ja, du fehlst mir auch, aber ich liebe meine Tochter auch sehr. Gut - ja - ist recht, Lieber. Sei pünktlich - Wiedersehen." Gabriele Langer huschte ins Bad, ehe die Mutter merken konnte, daß sie gelauscht hatte. Rasch drehte sie den Wasserhahn auf und summte ein Lied.
Zufrieden mit sich und der Welt ging Isolde Herfort in die Küche und bereitete das Essen, das eigentlich für Joachim Stabel gedacht gewesen war.
Glücklich und völlig ahnungslos hörte sie sich die Lügen ihrer Tochter an.
Sie verbrachten sehr nette Stunden miteinander und Isolde Herfort ahnte nicht, daß Gabriele schon bereute, den Besuch gemacht zu haben.
"Wollen wir ins Theater gehen?" erkundigte sich die Mutter.
"Kein Theater, Mami

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